Weisheitszähne ziehen lassen
Wednesday, October 10th, 2007 | Author: Jan Lachnit

Weisheitszähne ziehen lassen ist keine angenehme Sache. Man hört immer wieder Horror-Geschichten und schon allein der Gedanke, dass man vier im Grunde gesunde Zähne gezogen bekommt, ist nicht sehr motivierend. Diese Semesterferien war ich an der Reihe. Die Zähne müssen anscheinend raus, weil der Kiefer des modernen Menschen nicht genug Platz für sie bietet, dadurch kann es zu Entzündungen und Tinitus kommen. Fragt mich nicht wie. Jedenfalls lies ich mich von meinem Arzt überzeugen, auch wenn Luisa dem ganzen ziemlich kritisch gegenüber stand.
Weil ich im Internet kaum was an Tipps zu diesem Thema fand, habe ich mich entschlossen diese Lücke hiermit zu füllen, denn - um das mal vorweg zu nehmen - bei mir verlief das ganze problemlos und fast schmerzfrei.
Am stärksten haben wahrscheinlich zwei Faktoren Einfluss auf den Verlauf der Operation: Wie die Weisheitszähne gewachsen sind und wie weit oben sie bereits sind. Bei mir waren alle vier Zähne schon durchgebrochen und sichtbar, das war ein Vorteil und bis auf einen konnten sie relativ einfach gezogen werden.
Die Operation
Als erstes wird man betäubt. Das geschieht mit ein paar Spritzen ins Zahnfleisch und in den Gaumen. Da ich alle vier Zähne auf einmal ziehen lassen habe, waren es einige Spritzen, aber nur die in den Gaumen war etwas unangenehmer. Dann darf man warten bis alles taub ist. Ich konnte dann kaum noch schlucken und weil etwas von dem Mittel auf meine Zunge getropft ist auch nicht mehr reden. Ich hatte mir Musik mitgenommen und hielt während der OP selbst die Augen die meiste Zeit geschlossen. Ich hatte keine Schmerzen. Man spürt zwar, dass der Arzt ziemlich brutal an dem Zahn rüttelt und drückt und hört auch immer wiedermal ein übles Knirschen, aber das war es auch schon. Mein Arzt war ziemlich schnell und ich konnte eine halbe Stunde später schon wieder gehen. Nur ein Zahn war so gewachsen, dass er nicht einfach zu ziehen war. Also wurde er angesägt und ein Teil abgebrochen, bevor er ganz raus kam. Die Löcher, die davon übrig blieben, wurden nicht genäht, sondern es wurden Mullbinden-Streifen rein gestopft. Diese wurden mir dann eine Woche später wieder entfernt.
Tipps
Ich kann euch nur sagen wie ich es gemacht habe. Bitte beachtet eigene Allergien und fragt lieber nochmal euren Arzt, ob das auch OK ist, was ihr vorhabt. Ich übernehme keine Verantwortung dafür, falls es trotzdem oder gerade wegen meinen Empfehlungen zu Komplikationen kommt! Das sind alles nur Tipps, sie sind kein Ersatz dafür, sich selber zu informieren!
1. Wichtig ist Kühlen der Backen. Am besten sofort nach der OP, am besten auch während des Schlafens. Ich hab das mit der Hilfe meiner kleinen Konstruktion von oben gemacht und mir einfach zwei Kühlaggregate umgebunden. Um das Anschwellen der Backen weiter zu vermindern, habe ich abends eine Tablette Bromelain geschluckt. Damit sollte man aber aufpassen, weil die Dinger blutverdünnend wirken. (Also auf keinen Fall vor oder direkt nach der OP nehmen)!
2. Schmerzen bekämpft man am besten frühzeitig. Luisa hat mir dazu empfohlen schon 30 Minuten vor der OP Paracetamol zu nehmen, um die Bildung von Prostaglandinen zu verhindern, die für die Schmerzweiterleitung zum Gehirn benötigt werden. Achtung! Man darf kein Aspirin nehmen, da das blutverdünnend wirkt und auch an sich ungesünder ist als Paracetamol. Ich habe über den ersten Tag verteilt insgesamt vier Tabletten genommen. Am zweiten Tag nur noch 3, jeweils morgens, mittags und abends eine. Das von meinem Arzt verschriebene Schmerzmittel habe ich nicht gekauft, war auch nicht nötig (und ist gesünder).
3. Der Heilungsprozess sollte unterstützt werden. Zu diesem Zweck besorgte mir meine Mutter auf den Rat einer Homöopathin drei homöopathische Mittelchen: Symphytum, Arnica und Bryonia. Ich vermute mal ihnen habe ich zu verdanken, dass ich schon zwei Tage nach der Operation keine Beschwerden mehr hatte. Auch die habe ich schon vor der OP genommen. Das ist bei homöopathischen Mitteln sowieso unproblematisch, weil diese keine Nebenwirkungen haben und sich auch mit allen anderen Arzneien vertragen. Ich habe eine Woche lang dreimal am Tag jeweils zwei Kügelchen von jedem eingenommen. Dazu gab es noch Minztee mit Honig, der soll die Regeneration nämlich auch unterstützen.
4. Essen kann man erstmal nur noch ohne kauen. Vor der Operation also gut frühstücken. Nach der OP hatte ich erstmal keinen Hunger mehr… Am zweiten Tag gab es dann Babybrei für mich und abends Kartoffelbrei und Rührei. Auch für den dritten Tag sollte man sich vorsichtshalber irgendeinen Brei oder eine leckere Suppe besorgen. Ich konnte da dann schon wieder kauen, wenn auch nicht besonders schnell.
Ich denke wenn man all das beachtet, sich einen guten Arzt sucht und ein bisschen Glück hat, sollte das Weisheitszähne ziehen lassen kein Problem sein.

Thursday, 11. October 2007
Du hast eine (Zitat)Homöopathin(Zitat Ende)?
Du bist ein Tree-Hugger-Weichei !!!
Just my two Cents!
Thursday, 11. October 2007
Naja, ist ja nicht “meine Homöopathin
…außerdem auch Bäume brauchen Liebe!