Neulich in Brandenburg…
Tuesday, December 25th, 2007 | Author: Luisa Federwisch

Jan:
An einem schönen Sommertag im August fuhren wir nach Berlin, um den Raphi zu besuchen. Oder so…
Am Berliner Hauptbahnhof angekommen rief ich Raphsen an, der als exorbitant wichtige Person der eSports-Welt natürlich nur in der Hauptstadt selber angemessen wohnen kann. Leider unterschätzte ich seine Wichtigness, denn er war natürlich nicht zu Hause, sondern in Leipzig. Wie sollte die Games Convention auch ohne Herrn Raphsen persönlich stattfinden?
Luisa:
Also beschlossen wir kurzfristig und spontan, weiter nach Meseberg zu fahren, da wir von dem dortigen Politikertreffen erfahren hatten. Wir dachten uns, da gibt es sicher gutes Essen und warme Betten, also nix wie hin. Das Treffen war eine Kabinettsklausur der Bundesregierung, bei dem unter anderem das “Klimapaket” beschlossen werden sollte, das Anfang Dezember verabschiedet wurde. Klimaschutz ist wichtig und deshalb sollte Frau Dr. rer. nat. Angela Dorothea Merkel ihren Versprechungen auch konkrete Maßnahmen folgen lassen. Zum Beispiel durch eine Reduktion der Treibhausgasemissionen um 40% bis 2020 gegenüber 1990. Wie jedoch allgemein bekannt ist, sind unsere Politiker eher träge, was Taten angeht. Sie brauchen hin und wieder einen kleinen Stoß in die richtige Richtung. Das wollten wir übernehmen.
Wie das so ist bei solchen Konferenzen, fand auch diese in einem abgelegenen Schloss (Meseberg) irgendwo in der Pampa statt. Um von Berlin aus dorthin zu kommen, kaperten wir zusammen mit einigen anderen Leuten aus halb Europa, die zufällig die gleiche Idee hatten, einen Reisebus. Zusätzlich schlossen sich noch ein paar Leute mit Sprintern an. Wir fuhren also fröhlich durch Dörfer, Wiesen und Felder bis kurz vor Meseberg. Gerade waren wir in die Straße zum Schloss eingebogen, da wurden wir auch schon von der Polizei begrüßt. Ein Polizeiwagen stand extra für uns quer auf der Straße, ein paar weitere am Rand, und wir wurden auf ein Gelände neben der Straße gewunken, wo wir anhielten. Die Polizisten kamen gleich zu uns, um zu fragen, wo wir denn hin wollten und was wir vorhätten. Während sie mit dem Busfahrer und ein paar anderen Leuten sprachen, durften wir den Bus erstmal nicht verlassen. Sie müssen wirklich sehr neugierig gewesen sein und hatten wohl sonst nix zu tun, denn es wurden immer mehr, sowohl Streifen- als auch Bereitschaftspolizei - bestimmt 30 Mann. Aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen durften wir nicht weiter zum Schloss fahren, sondern sollten nach Berlin zurückkehren. Vorher wurden aber noch unsere Personalien überprüft. Da das echt ewig dauerte, wurde uns nun freundlicherweise erlaubt, den Bus zu verlassen, allerdings nicht mehr als vier Personen auf einmal. Nach und nach stiegen aber trotzdem immer mehr Leute aus, bis die meisten von uns draußen herum standen oder sich auf der Wiese amüsierten. Das schien den Polizisten aber recht egal zu sein und außerdem waren wir mehr als sie. ;P Etwa eine Stunde später hieß es dann wieder einsteigen. Wir wollten gerade losfahren, da wurden nochmal zwei Leute aus ihren Autos gebeten, die bei den Polizisten bleiben durften. Wie wir später erfuhren, wurden sie ohne Grund festgenommen und zeigten die Polizei daraufhin wegen Freiheitsberaubung an.
So fuhren wir schließlich los - und da uns die netten Polizisten so ins Herz geschlossen hatten, kamen sie gleich mit. Jeweils zwei oder drei Polizeiwagen fuhren hinter uns und vor uns her. Sämtliche Autos, die unserem Konvoi auf der Landstraße entgegen kamen, fuhren sogleich ehrfürchtig an den Rand und hielten an, bis wir vorüber waren. In den Dörfern wurden die Kreuzungen für uns abgesperrt und Ampeln brauchten wir auch nicht zu beachten. So einen Luxus bekommt man nicht alle Tage und wir erregten dementsprechend Aufmerksamkeit. Als wir schließlich auf die Autobahn Richtung Berlin fuhren, beanspruchten wir auch diese ganz für uns. Wir schlichen mit maximal 40 km/h dahin, und konnten die wunderbare Landschaft genießen bzw. über das Lichtermeer hinter uns staunen, denn keiner durfte uns überholen. Irgendwann waren soweit man sehen konnte Autos hinter uns, bestimmt mehrere Kilometer. Die haben sich sicher genauso über diese gelungene Aktion gefreut, wie wir.
Viel zu früh kamen wir auf einer “Schwerlast-Übergabestelle” an der Autobahn kurz vor Berlin an. Dort wurden wir auch schon von der Berliner Polizei erwartet, die trotz der späten Stunde extra für uns sehr zahlreich erschienen war. Auf dem Bild oben sieht man einen kleinen Teil von ihnen. Wir machten dort eine halbe Stunde Pause von der anstrengenden Fahrt und aßen unsere letzten Brote. Irgendwann wurde uns dann mitgeteilt, dass die Übergabe-Prozedur nun beendet sei und wir weiter nach Berlin fahren könnten. Dabei wurden wir von der Berliner Polizei begleitet, allerdings erstmal unauffällig, sodass wir sie erst in der Stadt hinter uns bemerkten. Die Polizisten wollten auch den ganzen Abend nicht mehr von unserer Seite weichen. Sie parkten ihr Auto gegenüber unserer Residenz und beobachteten, was wir noch so unternehmen würden und ob sie uns wohl noch irgendwohin begleiten dürften. Als wir zu einem nahe gelegenen Italiener zum Essen gingen, folgten sie uns und standen die ganze Zeit mit ihrem Auto auf der anderen Straßenseite, während wir Pizza und Pasta aßen.
Jan:
Als wir uns friedlich und fröhlich an unserem warmen Essen labten, stellte irgendwer fest, dass die Sprinter in Meseberg vergessen worden waren. Wie die das angestellt haben, weiß ich bis heute nicht. Jedenfalls war es bereits nach 0:00 Uhr und nicht wenige hatten schon mehr als ein Bierchen getrunken. Sozial wie ich bin, habe ich mich also gemeldet, zusammen mit sieben weiteren Fahrern wieder nach Meseberg zu fahren und die Sprinter kurz zu holen. Wobei “kurz” nicht ganz das richtige Wort ist. Allein die Hinfahrt dauerte ein oder zwei Stunden. Als wir die Landesgrenze Brandenburgs überquert hatten, hielten wir erstmal in der Nähe einer Raststätte um uns zu orientieren. Auf selbiger standen zwei Autos sich gegenüber und dazwischen etwa fünf Menschen, die sich aufgeregt unterhielten. Ich dachte mir gerade, dass ich die Gesichter doch heute schon einmal gesehen habe, als wie aus dem Nichts ein Kastenwagen der Polizei erschien. Wenn ich mich recht erinnere, waren es vier Beamte und zwei Beamtinnen, die ausstiegen und uns quasi umstellten. Mit Taschenlampen bewaffnet geboten sie uns auszusteigen. Als gesetzestreue Bürger kamen wir dieser Aufforderung natürlich nach und durften auch gleich wieder den Beamten unsere Ausweise geben. Es sei eine “Routinekontrolle”, antwortete man uns auf die Frage, warum sie gerade uns mitten in der Nacht und ausgerechnet hier kontrollierten. Unter den Beamten, die unsere Personalien prüften, fiel mir einer besonders auf. Auf unbestimmte Weise erinnerte er mich an Vin Diesel. Von den zahllosen Polizisten, die ich in diesen Tagen gesehen habe, war er der einzige, der wirklich unfreundlich war. Während seine Kollegen fast ebenso verwundert wie wir herumstanden, versuchte Vin Diesel uns bereits zu verhören. Es dauerte etwa eine halbe Stunde bis unsere Personalien geprüft worden waren. Als der Beamte mit ihnen zurück kam, erklärte er uns, dass wir am Tag vorher einen “mündlichen Verweis für Brandenburg” erhalten hätten. Das hieß, wir und alle anderen, die am Tag davor in Meseberg kontrolliert worden waren, hatten praktisch 48 Stunden Hausverbot für das gesamte Bundesland. Nur hatte uns das keiner gesagt.
Nichts desto trotz ging es, nachdem ein weiteres Polizeifahrzeug zur Unterstützung erschienen war, im Konvoi zur nächsten Polizeiwache. Das dauerte keine 2 Minuten. Wir hatten quasi direkt vor der Wache halt gemacht. Drinnen wurden wir in Zweier-Gruppen aufgeteilt und getrennt in Büros von jeweils zwei Beamten gebracht. Florian, unseren Jüngsten (gerade 18 Jahre alt), nahm sich Vin Diesel alleine vor. Ich wurde im Nachbarbüro untergebracht zusammen mit einem Typ, der scheinbar mehr Erfahrung mit der Polizei hatte. Zumindest betonte er mehrere Male, dass ich einfach nichts sagen sollte. Natürlich habe ich diesen Rat nicht allzu genau befolgt und mich lieber mit den Polizisten unterhalten, über Nebensächlichkeiten jedenfalls. Wenn ich schon mal auf einer Polizeiwache war, dann konnte ich doch auch gleich ein bisschen mehr über die Vorgehensweisen der Polizei erfahren. Die beiden netten Herren verwechselten meine Gesprächigkeit jedoch mit der Bereitschaft irgendwelche Geständnisse zu machen, genauso wie mein Kollege neben mir. Er beugte sich immer wieder vor, um mich flüsternd zu ermahnen oder stieß mich unauffällig mit dem Fuß. Als die Polizisten dann nicht mehr auf meine Fragen antworten wollten und stattdessen selber zu fragen begannen, erschien es mir auch klüger zu schweigen. Also saßen wir schweigend im Büro, bis die Beamten gesagt bekamen, was mit uns zu tun sei. Im Nachbarbüro sah es allerdings ganz anders aus. Da die Türen alle offen standen hörten wir, wie Vin Diesel begann Florian zu verhören. Immer wieder stellte er ihm dieselben Fragen und weil er keine Antwort bekam, wurde er immer lauter. Nach fast einer Stunde hatte er unseren jungen Kollegen dazu gebracht einen Drogentest zu machen und sich auszuziehen. Als Dankeschön für seine Kooperation bekam er nur ein “So siehst du ja aus wie ein Mädchen” zu hören, nachdem er seine Haare aufgemacht hatte. Jaja, die Polizei, dein Freund und Helfer.
Ungefähr eine Stunde später durften wir wieder gehen. Da wir offensichtlich nicht über unser “mündliches Hausverbot” aufgeklärt worden waren, konnte man uns auch nicht wegen eines Verstoßes dagegen belangen. Das wurde dann vor Ort nachgeholt. Wir mussten Brandenburg verlassen und uns wurde versichert, sollten wir in den nächsten 48 Stunden noch einmal hier auftauchen, würde man uns in Gewahrsam nehmen. Einen kleinen Haken gab es jedoch. Zwar durften wir die Sprinter abholen, aber wir sollten nach Hamburg fahren und nicht nach Berlin. Wie ihr vielleicht wisst, liegt Berlin mitten in Brandenburg. Wir erklärten den Polizisten, dass wir nach Berlin mussten, aber sie ließen sich auf keine Diskussion ein. Wir “einigten” uns darauf, erstmal in Richtung Hamburg zu fahren, dort standen sowieso zwei unserer Sprinter an einer Raststätte. Von dort aus wollten wir dann weiter nach Berlin. Zur Sicherheit sprachen wir unseren Weg mit den Beamten ab und zeigten ihn auf unserer Karte (auf der die Landesgrenzen natürlich nicht eingezeichnet waren). Niemand hatte Lust noch mehr Zeit zu verschwenden.
Nachdem alles geregelt war, ging es wiedermal im Polizeikonvoi los. Die ersten beiden Sprinter standen nicht weit entfernt, jeweils zwei Fahrer waren pro Wagen eingeplant. Ich nahm zusammen mit Florian einen er weißen Kleinbusse, war aber zu nervös um zwischen den beiden Polizeikastenwägen zu fahren. Florian schien das nicht zu stören. Er erzählte mir, dass er schon oft Drogentests gemacht hatte, weil es so einfacher war, die Polizisten zu überzeugen, dass er keine Drogen nahm. Obwohl er wirklich schon so aussah, mit seinen langen Haaren und alternativen Klamotten, hatte er wahrscheinlich noch nicht einmal Drogen gesehen. Einige Zeit später erreichten wir die anderen beiden Kleinbusse. Florian und ich wechselten bei der Gelegenheit das Steuer, denn ich wollte doch einmal im Polizeikonvoi fahren. Die Polizei wollte uns nur noch ein Stückchen weiter folgen, also fragten wir sie nochmal, ob es auch ok sei, von hier aus nach Berlin zu fahren und verabschiedeten uns von ihnen. Alles schien geklärt und so fuhren wir erschöpft, doch erleichtert weiter. An der Abfahrt nach Berlin trennten wir uns von einem der Sprinter, der tatsächlich nach Hamburg weiter musste und machten uns auf den Weg zurück. Weit kamen wir allerdings nicht. Keine Stunde später näherte sich uns auf der Autobahn wiedermal ein Kastenwagen der Polizei mit Blaulicht. Auch dieses mal kamen sie wegen uns, allerdings nicht um uns nach Berlin zu begleiten. Es war wiedermal die Bereitschaftspolizei von Brandenburg, die uns auch schon vorher gefunden hatten. Sie brachten uns zu einer Raststätte und ließen uns aussteigen. Es war 5:23Uhr.
Diesmal waren sie doch ein wenig schlecht gelaunt. Vin Diesel stand vor mir, als ich die Tür öffnete und bei stürmischem Regen, der mittlerweile ausgebrochen war, ausstieg. “Wissen sie, wo sie hier sind?!”, schnautzte er mich an. Natürlich hatte ich keine Ahnung, wo ich war, schließlich war ich nur den beiden vor uns hinterher gefahren. Leider gefiel ihm die Antwort nicht, worauf er mir die Frage noch ein paar mal lauter stellte. Das half mir allerdings auch nicht, obwohl ich schon so eine Ahnung hatte, wo wir wahrscheinlich gerade wieder waren. Nachdem wir eine gute halbe Stunde im Regen standen, wurden wir abtransportiert. Die Sprinter blieben diesmal, wo sie waren, und wir wurden in Kastenwägen gesteckt. Vier von uns hatten das “Vergnügen” in einem extra zum Abtransport gebauten Polizeibus in fensterlosen, klaustrophobischen Einzelkabinen fahren zu dürfen. Ich durfte dagegen mit sechs Polizisten im Kastenwagen fahren, gesteuert von Vin Diesel. Nachdem ich ein paar Worte mit den Beamten gewechselt hatte, wurden diese auch gleich von ihm ermahnt, dass mit mir kein Gespräch geführt werden durfte. Der alte Spielverderber. Man brachte uns in irgendein Polizeirevier, wo wir sofort getrennt in Ausnüchterungszellen gesteckt wurden. Wie lange oder warum, wurde uns nicht gesagt. Wertsachen, Gürtel, Schuhe, etc. wurden uns natürlich vorher abgenommen, sodass ich ständig aufpassen musste, dass ich nicht meine Hose verlor. Die Zellen waren gefliest, hatten eine Plastikmatratze und wurden von einem großen Licht erhellt. Außerdem gab es einen Knopf um sich bemerkbar zu machen, wenn man aufs Klo wollte oder Ähnliches. Betätigte man ihn, erklang ein Alarmsignal, das laut und nervtötend fiepte, bis sich die Aufseher bequemt hatten, es auszustellen und zu einem zu kommen.
Sieben Stunden verbachten wir in den Zellen. Die Meisten schliefen, ich dagegen war optimistisch genug um die ersten paar Stunden auf unsere Freilassung zu warten. Die Zeit vertrieb ich mir mit Meditieren und Aikidoübungen. Doch irgendwann gab ich die Hoffnung auf, schnell wieder nach Berlin zu kommen und versuchte ein wenig zu schlafen. Das war nicht einfach. Zunächst einmal brennt die ganze Zeit das Licht (bis es hell wurde…), dann ist es nicht annähernd gemütlich und zusätzlich waren meine Sachen auch noch feucht. Hatte ich es mir aber gerade eine Weile gemütlich gemacht und war am Einschlafen, kam wiedermal die stündliche Kontrolle. Als ich noch wach war, begnügten sie sich damit, durch das Guckloch in der schweren Metalltür zu schauen, lag ich aber regungslos schlafend auf der Matratze, rüttelten sie an der Tür, bis ich wieder irgendein Lebenszeichen von mir gab. Nach vier Stunden gab es “Verpflegung”: Zwei Brötchenhälften mit Schinken und Salami und eine 0,3l-Flasche Mineralwasser. Wasser konnten wir so viel wir wollten “nachbestellen”, das Brötchen jedoch hatte meinen Hunger erst richtig geweckt. Also beschäftigte ich die Beamten mit Wasserbestellungen und dementsprechend häufigen Klogängen. Das Klo war übrigens auch sehr interessant. Auch da war alles gefliest und glücklicherweise ziemlich sauber, schließlich hatte ich keine Schuhe mehr. Es gab außer Klo und Waschbecken ein Pissoir, so ein Ding um sich den Arsch abzuspülen, eine Dusche und ein seltsames Konstrukt mit Haltegriffen, um sich übergeben zu können. Alles im gleichen Edelstahl-Look gehalten und aus einem Stück gemacht. Das ganze machte einen so unerwartet futuristischen Eindruck, dass ich mich unvermittelt nach den “drei Muscheln” umsehen musste.
Als wir wieder gehen durften, war es bereits nach 13:00 Uhr. Einzeln wurden wir zunächst aus den Ausnüchterungszellen heraus gelassen und in eine Art Besprechungsraum gebracht. In dem mit Postern von Tierbabies geschmückten Raum bekamen wir unsere Sachen wieder und unterschrieben Formulare, mit denen wir bestätigten, dass wir alles zurück bekommen hatten. Alle waren gut gelaunt jetzt ENDLICH nach Berlin zu dürfen, auch wenn einige noch ein bisschen müde wirkten. Nur Florian hatte es geschafft die komplette Zeit wie ein Stein zu schlafen. Nachdem die Formalitäten geregelt waren, wurden wir wieder zu unseren Fahrzeugen gebracht und bekamen diesmal die offizielle Erlaubnis nach Berlin zu fahren.
Luisa:
Während Jan’s Odyssee hatte ich eine eher ruhige Nacht in Berlin. Ich wachte nur ein paar mal auf und fragte mich, warum Jan immer noch nicht zurück war. Irgendwann fiel mir auch auf, dass es heller wurde, aber da ich sowieso nichts tun konnte, schlief ich erstmal weiter. Als Jan am Morgen immer noch weg war, machte ich mir schon einige Sorgen. Ich erfuhr dann recht bald, dass die Leute, die die Sprinter holen wollten, in der Nacht festgenommen worden waren. Allerdings konnte mir niemand genauere Infos darüber geben. Später hieß es, sie wären wieder freigelassen, aber noch ein zweites Mal festgenommen worden. Doch es wusste auch keiner, wo sie waren und wann sie wieder zu uns kommen könnten. Überhaupt wusste niemand irgendwas…. Wir hatten keine Ahnung, was wir an dem Tag noch tun würden. Also gab es erstmal Frühstück. Wir warteten eigentlich den ganzen Vormittag auf das, was noch so kommen würde. Es wurden viele Telefonate mit der Polizei geführt und mehrmals irgendwelche Informationen verbreitet, die dann wieder zurückgenommen wurden, bis wir schließlich die Genehmigung bekamen, doch noch etwas auf die Beine (bzw. auf die Tische) zu stellen.
Etwa gegen 14.00 Uhr liefen wir also los zum Kapelleufer in der Nähe des Kanzleramtes. Auch dies geschah nicht ohne Anwesenheit der Polizei. Sie sperrten wieder Straßen für uns und beobachteten genau, was wir taten. Kurz nachdem wir am Kapelleufer angekommen waren, gab es noch eine besondere Überraschung: die “Gefangenen” kehrten zurück! Sie kamen direkt zu uns und ich freute mich riesig Jan wiederzusehen. Gleich darauf fingen wir auch mit dem Aufbau an: Wir stellten eine lange Reihe Tische auf, auf denen wir mit ca. 80cm hohen Eisbuchstaben den Satz “Klimaschutz kennt keine Kompromisse” bildeten. Diesmal lief alles reibungslos ab. Das Ganze war natürlich nicht annähernd so spektakulär, wie es in Meseberg hätte sein können, aber wir erregten immerhin ein wenig Aufmerksamkeit bei Presse und Passanten. So konnte Angela davon leider nur in der Zeitung lesen und entsprechend (ungenügend) viel das Klimapaket auch aus. Schade eigentlich, wo wir uns doch so viel Mühe gegeben haben…

Sunday, 30. December 2007
Lieber Jan,
ich würde gerne Antworten, aber dazu muss ich erst lesen, wozu ich mich gerade nicht in der Lage fühle da ich TPPK ed wurde!!!
http://ladanz.lima-city.de/tppk.jpg
MfG