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Methoden der Motivation

Saturday, May 03rd, 2008 |  Author: Jan Lachnit

Motivation

Gestern meldete sich Jann bei mir über ICQ. Wir haben zusammen Abi gemacht und während ich nach Magdeburg ging um Computervisualistik zu studieren, entschied er sich nach einer Weile dafür, das gleiche in Koblenz zu studieren. Als wir uns gestern über unser Studium unterhielten, fielen uns einige Gemeinsamkeiten auf. Genau wie ich war er enttäuscht davon, dass hauptsächlich Grundlagen und meistens noch auf einer sehr abstrakten Ebene gelehrt werden. Es fehlte uns an Praxis und Realitätsbezogenheit, Qualität und Aktualität in unserem Studium. Meiner Meinung nach sind es nicht nur die Themen, sondern auch die Professoren, denen dies zuzuschreiben ist. Es sind verkopfte Akademiker, die sich jahrzehntelang mit der Theorie beschäftigt und die Praxis scheinbar schon lange vergessen haben. Natürlich gibt es auch an unserer Uni Ausnahmen, aber das bestätigt, wie man so schön sagt, nur die Regel. Ähnliche Beschwerden habe ich auch von einigen meiner Kommilitonen gehört und ich glaube nicht, dass es sich auf Computervisualistik-Studenten beschränkt. Studieren ist wahrscheinlich im Allgemeinen immer theoretisch, abstrakt und langweilig. Das finde ich persönlich äußerst unschön und demotivierend. Immer wieder frage ich mich dann, ob ich nicht das Studium abbrechen soll und ärgere mich darüber, dass ich schon soviel Zeit investiert habe. Aber ich wollte eben gerne studieren und jetzt im vierten Semester möchte ich auch nicht mehr aufgeben. Es bleibt mir also nichts anderes übrig als mich zum Weiterstudieren zu motivieren. Es gibt viele Methoden sich zu motivieren, jedoch nur wenige die (bei mir) anhaltend wirken. Offensichtlich wirken solche Methoden bei jedem anders, aber nichts desto trotz möchte ich hier mal meine Top 3 Methoden aufzählen:

Platz 3
Hauptsächlich motiviere ich mich zu langweiligen Studium-Aufgaben mit Hilfe meiner Todo-Listen. :D Jede Aufgabe, die ich als erledigt abhaken kann, gibt mir ein bisschen mehr Motivation die nächste Aufgabe anzugehen. Hin und wieder mal führt das bei mir zu erschreckend fleißigen Tagen, an denen ich mehr schaffe als in der kompletten Woche davor. Funktioniert am besten, wenn man früh morgens damit anfängt und sich eine Uhrzeit festlegt, ab der man Feierabend macht. Mit dem Gefühl, an dem Tag so richtig viel geleistet zu haben, zockt es sich am Schönsten. (Leider hab ich auch immer wieder Tage, an denen ich am ersten Punkt schon nicht weiterkomme und dann für den Rest des Tages zu demotiviert bin, um noch etwas Vernünftiges zu machen. Die habe ich aber so oder so…)

Platz 2
Eine besonders angenehme Methode sich für Dinge zu motivieren ist mit Hilfe von Medien möglich. Also indem man motivierende Filme anschaut oder Bücher liest. Ich verwende das immer wieder mal um mich zum regelmäßigen Trainieren zu motivieren. Ein hübscher Kampfkunst-Film reicht meistens für ein paar Wochen. Allerdings gibt es nicht besonders viele Filme und Bücher, die einen zum Studieren motivieren. Auf Anhieb fällt mir dazu nur Randy PauschsLast Lecture” und “Time Management“-Vorlesung ein. (Vielleicht noch Tencious D’s “The Cosmic Shame“, obwohl das manch einen auch dazu motivieren könnte, das Studium abzubrechen. :D)

Platz 1
Als ich mich gestern mit Jann unterhielt, fiel mir noch etwas ein, über das ich mich mit meinen Kommilitonen in Magdeburg auch schon einmal unterhalten hatte. Scheinbar macht man die wirklich interessanten Dinge nämlich immer neben dem Studium. Damit meine ich nicht (nur) Partys, sondern die persönlichen Projekte einiger Studenten. Während ich demotiviert zu Hause sitze und mich frage, ob ich in der Uni überhaupt irgendwas mache, dass mich interessiert oder mir später nutzt, sitzen andere an eigenen Projekten, die nicht nur mit ihrem Studium zu tun haben, sondern zusätzlich auch noch spannend und abwechslungsreich sind. Sie machen ihr Hobby zum Beruf, indem sie sich trotz Studium nebenbei weiterhin selber mit ihren Interessen in dem Bereich beschäftigen. Vielleicht schaffen sie es sogar, die gelernten theoretischen Grundlagen dabei praktisch einzusetzen. Sie suchen sich keine Motivation im Studium selbst, sondern motivieren sich durch ihre eigenen Projekte neben dem Studium. Das ist wahrscheinlich nicht nur der eleganteste, sondern auch der effektivste Weg motiviert zu bleiben. Ich denke, jeder kennt vielleicht ein oder zwei solcher Menschen, die ständig an irgendetwas arbeiten und die scheinbar kaum Probleme mit ihrer Motivation haben. Dieses Semester habe ich das Glück mit ein paar guten Freunden im Rahmen des Studiums an einem selbst gewählten Softwareprojekt zu arbeiten. Schon einige Male fiel uns auf wie motiviert wir nach unseren Meetings waren. Es ist wirklich erstaunlich. Aus dem Grund werde ich jetzt auch versuchen, verstärkt Mind Funk zu produzieren und die Arbeit an meinem Pen&Paper-Rollenspiel wieder aufnehmen.

Motivations-Schwankungen gibt es natürlich immer und es wird sicher auch immer wieder Tage geben, an denen ich darüber nachdenke das Studium abzubrechen. Doch selbst wenn ich mein Studium abbrechen würde, wäre die investierte Zeit so nicht verschwendet gewesen, meine Projekte wären dafür der Beweis.
Im Allgemeinen sollte man seine Studienzeit wahrscheinlich sowieso nicht so ernst nehmen und sie genießen, frei nach dem Hagakure:

Dinge von großer Bedeutung sollten gelassen angegangen werden.
Dinge von geringer Bedeutung sollten ernsthaft angegangen werden.

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Category: random jazz

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6 Responses

  1. 1
    Kristin 
    Saturday, 3. May 2008

    Hallo!

    Nachdem ich deinen Artikel gelesen habe, ist mir gleich dazu etwas eingefallen.
    Ich möchte nach dem Abi ja an einer Fachhochschule studieren und war letztens kurzzeitig in einen “inneren Konflikt” geraten, wobei ich doch ins Zweifeln gekommen war, ob eine richtige Universität nicht doch besser ist als eine Fachhochschule. Doch immer wieder fallen mir die Vorteile der Fachhochschule wieder ins Auge:
    Praxisbezug. Man lernt dort nicht in erster Linie die Grundlagenforschung, sondern wie man solche Forschungsergebnisse in die Praxis umsetzen kann. Ein weiterer sehr ansprechender Punkt eines solchen Studiums ist das obligatorische “Berufspraktische Semester”, in dem man in einer Firma arbeitet und lernt, wie man das Gelernte richtig umsetzt.
    Fachhochschulabsolventen wurden zwar lange Zeit als Schmalspurakadamiker angesehen, doch diese Zeiten sind vorbei: Das beste Beispiel ist ein Bekannter, der BWL an einer Fachhochschule studierte und sich nach dem Studium die Firmen regelrecht aussuchen konnte, da er von mehreren immer wieder abgeworben wurde.

    Allen, die also praxisorientiert studieren möchten, sei gesagt, dass es neben den Universitäten auch die oft vergessenen Fachhochschulen gibt.

    @ Jan: Ich finde es klasse, dass du dich vier Semester lang motivieren konntest. Da schaffst du die restlichen zwei auch noch! :mrgreen:

  2. Ich werde mein Bestes geben :D Allerdings akzeptiert man in den ersten zwei Semestern, dass man nur Grundlagen lernt im Glauben später würde es sich bessern. Ein Berufspraktikum haben wir übrigens auch ein Semester lang, aber wir müssen während dessen auch noch unsere Bachelorarbeit schreiben… sollte mich auch mal langsam darum kümmern wo ich das mache :|

  3. Hi,

    also einer meiner Profs spricht immer davon, dass wir an der Uni zu Wissenschaftlern ausgebildet werden.

    Is halt so, man sollte nicht studieren des Studierens wegen, sondern weil man für später ein Studium benötigt (z.B.: für bestimmte Berufe oder Führungspositionen).

    Ich finds schon besser, dass viel Theorie ist. Was nützt es dir ein Tool zu lernen wenn das in 2 Jahren ersetzt wird?

    Schönen Sommer noch!

  4. Hallo Jan,

    Mensch!, hier noch so oft vom Abbrechen erzählt, und nun erfolgreicher Absolvent! Nicht schlecht!

    Was ist (nach über 2 Jahren) aus deinen Vorsätzen geworden?
    >Aus dem Grund werde ich jetzt auch versuchen, verstärkt Mind Funk zu produzieren und die Arbeit an meinem Pen&Paper-Rollenspiel wieder aufnehmen.

    Grüße!

  5. In der Tat!
    Nun was ist aus den Vorsätzen geworden? 2008 war ich noch recht aktiv auf Mind-Funk.de, 2009 habe ich den größten Teil an meinem Rollenspiel gebastelt. Und dann, naja dann kam das Praktikum und die Bachelorarbeit, dann der Job und die Erkenntnis, dass man als Student zwar eigentlich nie wirklich frei hat, aber in der Praxis doch wesentlich mehr Zeit für anderes zur Verfügung hat, als mit einer 40-Stunden Arbeitswoche.
    Wer hätte das gedacht?
    Momentan bin ich dabei neben der Arbeit wieder regelmäßig zum Training zu kommen. Ich denke, wenn ich da wieder eine Balance gefunden habe, werde ich als nächstes versuchen den Sonntag wieder als Mind-Funk Tag einzuführen. :)

  6. Nach einem kleinen Motivationstief hat mir dieser Artikel ein bisschen geholfen. Danke schön!

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