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Drogengesellschaft Deutschland

Sunday, November 02nd, 2008 |  Author: Jan Lachnit

Copyright liegt beim Künstler! Leider keine Ahnung von wem das ist...

Seit Alters her ist der Gebrauch von dem, was wir Drogen nennen, bekannt. Ursprünglich bedeutete das Wort Droge “trocken” und bezeichnete schlichtweg getrocknete Pflanzenteile. Die Geschichte der Droge ist wohl so alt wie die Menschheitsgeschichte selbst. Fest steht jedoch, dass wir heute von mehr Drogen umgeben sind, als jemals zuvor. Und das ist gefährlich, vor allem wenn es uns nicht bewusst ist. Auch wenn die Medien gerne ein etwas anderes Bild zeichnen, sterben in Deutschland jährlich 73.714 Menschen alleine durch Alkoholkonsum, während an illegalen Drogen “nur” 1.296 Menschen (2006) ihr Leben verlieren. Ich glaube nicht, dass dieser Unterschied daran liegt, dass illegale Drogen schwerer zu besorgen sind. Ich glaube, legalen Drogen fallen deshalb mehr Menschen zum Opfer, da deren Gefahren einfach nicht so bekannt sind. Man hat das Gefühl sie müssten doch zumindest ungefährlicher als die illegalen Drogen sein. Kein Grund sich also darüber Gedanken zu machen, oder?

Lasst uns doch mal ein paar legale Drogen genauer unter die Lupe nehmen. Wenn man sich die Definition von Drogen zu Herzen nimmt (”[...] jeder Wirkstoff, der in einem lebenden Organismus Funktionen zu verändern vermag”), dann müssen außer Kaffee, Tee und Schokolade auch Glutamat und einige andere Lebensmittelzusatzstoffe dazu gerechnet werden. Eigentlich erschreckend. Um Drogen zu konsumieren, muss man sich also nicht mehr aktiv dafür entscheiden, es reicht unaufmerksam einzukaufen. Aber lassen wir das mal beiseite und betrachten nur die “Großen Drei”: Tabak, Alkohol und Medikamente.

Es mag ein Schock für jeden echten Drogengegner sein, aber im Grunde sind wir heute alle unsere eigenen Schamanen, jeder mit eigener Drogensammlung, an der wir uns bei Beschwerden bedienen. Angefangen bei Aspirin bis hin zu härteren Stoffen, die einem nur der Arzt verschreiben kann, werden Tabletten eingeworfen - meist ohne sich der tatsächlichen Gefahr dabei bewusst zu sein. Erst der ernüchternde Blick auf die Packungsbeilage verscheucht den Irrglauben Medikamente würden nur Gutes tun. Laut Studien des “Journal of the American Medication Association”, sterben in den USA jährlich 100.000 Menschen an den ihnen verschriebenen Medikamenten. Lediglich 7.000 davon wegen Fehlern im Rezept. Das alleine sind schon weitaus mehr Opfer als Amerika jährlich wegen illegaler Drogen zu beklagen hat (17.000 Menschenleben).
Aber auch wer sich von rezeptpflichtigen Medikamenten fern hält, sollte sich nicht allzu sicher fühlen. Ein Paradebeispiel dafür ist die beliebte Acetylsalicylsäure, besser bekannt unter dem Namen Aspirin, die jährlich 16.500 Amerikaner dahinrafft (verursacht durch Magenblutungen). Aber auch Paracetamol-Konsumenten seien gewarnt, denn es wirkt schon bei moderatem Alkoholkonsum äußerst schädigend auf die Leber und darf keines Falls zusammen mit Aspirin eingenommen werden (siehe Wikipedia)!
Doch egal, was man einnimmt: Wer ständig seinem Körper mit Medikamenten unter die Arme greift, der braucht sich nicht zu wundern, wenn dieser immer schwächer wird und man deshalb immer öfter zu immer stärkeren Medikamenten greifen muss.
Wer dagegen seinen Körper fit und gesund hält, wird auch nur selten krank. Und bei Krankheiten reichen oft schon simple, altbewährte Hausmittel, die nicht einfach nur die Symptome abschwächen oder dem Körper die Arbeit abnehmen, sondern ihn stärken, damit er die Ursachen von alleine beseitigen kann.

Ein gutes Hausmittel gegen den Kater nach der durchzechten Nacht ist übrigens Mineralwasser. Noch besser ist es jedoch, gleich auf den Alkohol zu verzichten. Denn Alkohol ist wirklich keine schöne Droge. Ich erinnere mich, dass in der Psychiatrischen Anstalt, in der ich meinen Zivildienst leistete, ein komplettes Gebäude für Patienten mit Alkoholproblemen reserviert war (und ein weiteres für alle anderen Arten von Drogen).
Alkohol wird als harte Droge klassifiziert, macht körperlich abhängig und hat eine “Lethale Dosis” bereits bei ca. 4,0 Promille. Außerdem wirkt Alkohol als Zell- und Nervengift und schädigt bei regelmäßigem Konsum den gesamten Körper, insbesondere das Nervensystem (dazu zählt auch das Gehirn) und die Leber. Die Zahlen der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen habe ich ja oben schon genannt. Was dabei jedoch noch nicht mit einberechnet wurde, sind die Opfer durch Autounfälle, die nicht auf Alkohol getestet wurden. ÄrztlichePraxis.de schreibt, dass in jedem dritten Unfallbett ein Alkoholopfer liegt, aber nur in seltenen Fällen von der Polizei eine Messung des Alkoholspiegels angeordnet wird. Das ist aber auch noch nicht alles. Hinzu kommen noch 4.000 Kinder, die laut der Süddeutschen Zeitung mit geistigen und körperlichen Behinderungen zur Welt kommen, weil ihre Mütter während der Schwangerschaft nicht auf Alkohol verzichten wollten.
Das meiner Meinung nach fatalste am Alkoholkonsum ist jedoch der gesellschaftliche Faktor. Für viele ist eine Party ohne Alkohol wie ein Begräbnis ohne Toten - nämlich sinnlos. Und wer auf Partys mal nichts trinken will, wird sich dafür rechtfertigen müssen. Natürlich “muss” er das nicht, aber irgendwie wollen schon alle wissen warum. Alkoholkonsum ist so “normal”, dass man keinen Grund mehr braucht um zu Trinken, sondern einen um nichts zu trinken.

Wenigstens ist das beim Tabak anders. Das ist auch verständlich, denn Tabak fordert in Deutschland jährlich 110.000 bis 140.000 Menschenleben. Und genau wie beim Alkohol sind auch Tabakkonsumenten nicht nur eine Gefahr für sich selbst. Der Spiegel schreibt, dass jährlich 3.300 Menschen an den Folgen des Passivrauchens sterben. Wievielen Ungeborenen der Rauch zum Verhängnis wird, habe ich nicht herausfinden können. Was er aber den Kindern antut, hat der Medizin-Blog mal zusammengefasst.
Tabakkonsum macht, wie jeder weiß, körperlich abhängig. Wusstet ihr aber, dass Nikotin sogar zu den Drogen mit dem höchsten Suchtpotential gehört? Und auch nicht alle Folgen des Rauchens haben es auf die Warnhinweise der Tabakpackungen geschafft. Rauchen macht impotent, blind, fördert Alzheimer und verursacht so viele verschiedene Arten von Krebs, dass ich sie hier gar nicht alle aufzählen möchte.
Darum fassen wir es zusammen: Tabak macht krank und abhängig und man bekommt noch nicht mal einen Rausch dafür. Jetzt mal ehrlich, welche Gründe gibt es zu Rauchen, außer um irgendwie cool, intelligent oder erhaben zu wirken. Der Geschmack ist es sicherlich nicht. Und dass Rauchen beruhigend wirken soll, ist auch nur ein Märchen, tatsächlich ist das Gegenteil der Fall. Nikotin fördert die Ausschüttung von Adrenalin und beschleunigt den Herzschlag. Beruhigend wirkt er höchstens, wenn man ohne unter Entzugserscheinungen leidet. Laut Wikipedia wurde sogar belegt, dass Rauchen Stress verursacht.

Aber ich will hier niemanden von seiner geliebten Droge abbringen. ;) Meiner Meinung nach soll doch jeder einschmeißen, was er für richtig hält. Nur sollte er eben wissen, was er da einschmeißt und dafür sorgen, dass niemand anderes durch seinen Konsum beeinträchtigt wird. Ich bin weder für noch gegen Drogen und schon gar nicht für die eine und gegen die andere Droge. Das ist Heuchelei, denn es gibt keine guten und es gibt keine schlechten Drogen.
Es gibt nur bewussten und unbewussten Konsum.

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Category: mind funk

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15 Responses

  1. Großes Lob für diesen ausgezeichnet recherchierten Artikel!

    Ich selbst kann dir besonders in den Punkten “Medikamente” und “Alkoholkonsum” zustimmen.

    Ich finde es schrecklich, wie die meisten (bzw. viele) Leute “einfach mal so” eine Paracetamol einwerfen, weil sie der Meinung sind, Fieber z.B. wäre in irgendeiner Weise ungesund.
    Dabei ist Fieber ein Zeichen für ein äußerst gesundes Immunsystem. Man sollte sich als Erwachsener glücklich schätzen, noch über 38° C fiebern zu können! Aber da wird schön alles unterdrückt, was dem Körper in irgendeiner Weise dabei helfen könnte, wieder ganz gesund zu werden. :x Schade, dass es vielen Menschen ausreicht, die Symptome ihrer Krankheiten zu beseitigen.

    Und wenn man so liest, was denn eigentlich im Sinne von “Drogen” steht, da kommt man ja aus dem Staunen überhaupt nicht wieder heraus. :o Theorethisch gesehen müsste ja jeder von uns am Abend eine richtige kleine Liste schreiben können, welche “Drogen” denn heute wieder konsumiert worden sind.
    Frühs den Kaffee, nachmittags die Schokolade, zwischendurch ein durch alle möglichen Lebensmittelzusatzstoffe verseuchtes Essen …

    Da wirft sich mir doch die Frage auf, warum der Konsum von eigentlichen “Drogen” heutzutage so normal zu sein scheint!?! Man bedenkt gar nicht, dass nicht nur Alkohol und Nikotin Drogen sind, sondern auch alle die Dinge, die in deinem Artikel sonst noch aufgezählt sind.

    Die Menschen früher hatten weder Kaffee, noch Schokolade, noch haben sie Glutamat in ihre Nahrung gemischt. Und Alkohol im normalen Fußvolk war ja fast undenkbar…
    Und heutzutage scheinen wir uns ja fast nur noch von “Drogen” zu ernähren! (Da bin ich ja richtig froh, dass ich überwiegend Bioprodukte kaufe, wo ich ja sämtliche Lebensmittelzusatzstoffe nicht drin vermuten muss…)

    Dennoch muss man sagen, dass Schokolade natürlich eine äußerst liebenswerte “Droge” ist.
    :mrgreen:
    Es bleibt also weiter spannend, wie sich unsere “Drogengesellschaft” weiterentwickelt…
    :|

  2. weil in Bioprodukte ja auch keine zusatzstoffe enthalten sind…

  3. HeHe,

    Die Menschen früher hatten weder Kaffee, noch Schokolade, noch haben sie Glutamat in ihre Nahrung gemischt. Und Alkohol im normalen Fußvolk war ja fast undenkbar

    Und wenn man jetzt noch hinzunimmt, das die menschen heute länger leben als damals, dann heist das ja:
    “Drogen machen das Leben länger!”

    Guter Artikel, aber ich will ja gar nicht vom Hasch ablassenn, obwohl ich könnte!

  4. In Bioprodukten sind die Zusatzstoffe ausschließlich natürlichen Ursprungs und aus kontrolliert biologischem Anbau (abgesehen von Salz). Dh. kein Glutamat, keine E-Stoffe, keine Aromen, etc. ;)

    Die “Drogen machen das Leben länger!”-Folgerung ist zwar nicht ganz sauber hergeleitet (Dann könnte man auch folgern, dass Fernsehen und Fastfood die Menschen länger leben lässt), aber vielleicht kann man das wirklich so sagen, denn die Fortschritte der Medizin hängen sicher auch mit den Fortschritten der Medikamente zusammen. Aber ob das jetzt was positives ist kann ich nicht beurteilen…

  5. Ja und? Sie deshalb alle unter “gesund” einzuordnen ist aber dennoch augenwischerei und gloifiziert ja biologische nahrungsmittel schon fast. Nicht falsch verstehen, Bio ist bestimmt eine gesündere ernährung, aber zu hinterfragen gilt hier auch
    Als Stichwort: Carrageen (was afaik ein E-Stoff ist)

    Aber will eigentlich garnet malwieder vom artikel ab. Mir hat er auch gut gefallen, vor allem das Bild hat was :D Kann dem Artikel auch nur zustimmen, ne zwispältige sache mit den drogen. Man kennt das Problem, ablassen kann/will man von so manchen “Alltagsdrogen” aber halt doch nicht :D

  6. Nun ich muss ehrlich zugeben, dass ich mich noch nicht so tief in die Bio-Geschichte eingearbeitet habe, aber mir reicht eigentlich auch schon, dass sie durchschnittlich gesünder oder unbedenklicher sind. :D
    Es gibt natürlich immer wieder Probleme mit schadstoffbelasteten Bio-Lebensmitteln und nicht überall ist Bio drin wo Bio draufsteht. Doch im Allgemeinen ist (echtes) Bio einfach besser. Nicht nur für dich, sondern auch für den Rest der Welt. *glorifizier* :twisted:

    Aber zurück zum Thema :D
    Man soll ja auch nicht unbedingt jetzt von den Lieblingsdrogen lassen. Es reicht im Hinterkopf zu behalten, dass das nicht ungefährlich ist, was man da tut. Achja und weniger grölend durch die Gegend laufen. Das ist echt nervig, wenn man -wie ich- im Kneipenviertel wohnt und seine Ruhe will :?

  7. Jetzt habe ich doch tatsächlich einen Artikel über problematische Zusatzstoffe in Bio-Produkten gefunden - sogar aus einer verlässlichen Quelle, nämlich foodwatch.de. Das war mir bisher nicht bewusst. :?
    Allerdings schreiben die auch, dass Bio nicht gleich Bio ist. “Richtige” Bio-Anbieter wie Demeter, Bioland und Gäa haben nämlich viel strengere Kriterien und Richtlinien für ihre Produkte als die EU-Öko-Verordnung vorschreibt. Die sollte sowieso mal aufgeweicht werden, allerdings bin ich da nicht auf dem aktuellen Stand. Jedenfalls setzen oben genannte Bio-Anbieter Carrageen und auch Nitritpökelsalz nicht ein.

    Aber was ist die Quelle dieser Information? Hab ich was nicht mitgekriegt oder verdrängt…?
    “Es gibt natürlich immer wieder Probleme mit schadstoffbelasteten Bio-Lebensmitteln und nicht überall ist Bio drin wo Bio draufsteht.”
    Du sagst das so, als wäre es ganz normal, dass auch Bio-Produkte nicht “sicher” sind…. 0o Ich meine, man kann uns Bürgern ja eigentlich alles unterjubeln, wenn wir keine Ahnung haben - angefangen bei fragwürdigen Lebensmittelzusatzstoffen bis hin zu Medikamenten mit fatalen Nebenwirkungen - aber ich wüsste jetzt nicht, dass es mehrfach Skandale mit Bio-Lebensmitteln gegeben hätte.

    Und zu den Drogen:
    Ich finde es wirklich erschreckend, wie normal Alkoholkonsum heutzutage ist! Gibt es denn noch irgendwo Parties ohne Alkohol? Und wenn du ständig Bier oder Wein oder was auch immer angeboten bekommst und immer ablehnst, WIRST du komisch angeschaut und gefragt, warum du nichts trinkst. Brauche ich einen Grund, nichts zu trinken?!
    Warum können 95% der Menschen um mich herum keine Party ohne Alkohol feiern? :|

  8. Zitat: “Aber was ist die Quelle dieser Information? Hab ich was nicht mitgekriegt oder verdrängt…?
    “Es gibt natürlich immer wieder Probleme mit schadstoffbelasteten Bio-Lebensmitteln und nicht überall ist Bio drin wo Bio draufsteht.”
    Du sagst das so, als wäre es ganz normal, dass auch Bio-Produkte nicht “sicher” sind…. 0o Ich meine, man kann uns Bürgern ja eigentlich alles unterjubeln, wenn wir keine Ahnung haben - angefangen bei fragwürdigen Lebensmittelzusatzstoffen bis hin zu Medikamenten mit fatalen Nebenwirkungen - aber ich wüsste jetzt nicht, dass es mehrfach Skandale mit Bio-Lebensmitteln gegeben hätte.”

    —————–

    > Ich denke nicht, dass dafür unbedingt eine Quelle benötigt wird. Und doch ist Jans Aussage, dass es ganz normal ist, dass Bio Produkte nicht “sicherer” sind, also so wie du es interpretiert hast, in meinen Augen vollkommen richtig. Denn es gibt nicht “das sichere Lebensmittel”, was allerdings eh nie am Lebensmittel ansich liegt.
    ((Der Umkehrschluss wäre übringens schon wieder eine Glorifizierung (das perfekte Nahrungsmittel), die ich einfach nicht leiden kann :D ))

    Nehmen wir doch mal das als Beispiel:
    http://marktcheck.greenpeace.at/5710.html

    Was sehen/lesen wir: Ein Produkt, dass sich selber durch seine gesunde Herkunft, anhand des Bio Siegels, verkauft, entpuppt sich als schädlich. Doch ist ja hier nicht das Produkt schuld, sondern der Umgang mit dem Produkt. Und der Umgang entsteht durch die Nachfrage: (stell ich hier einfach mal in den Raum).
    Steigt nun die Nachfrage, muss mehr Produkt her, also muss/kann/will man Mittel und Wege finden diesen zu erzielen, sei es auch mit illegalen Maßnahmen:
    Fazit : Bio-Produkte sind genau so für Kundenverarsche geeignet wie “normale” Lebensmittel. Leider können sie sich aber besser tarnen.

    Das soll den Einsatz für Bioprodukte nicht abwerten, stellt aber klar, dass der (Macht)Missbrauch hier genauso greift, ergo das Produkt, also das Endprodukt, nicht besser oder schlechter ist als andere Produkte.
    Das kann man natürlich nicht auf die Gesundheitsgefahr übertragen, in dem Bioprodukte natürlich in der Regel deutlich besser abschneiden. Doch bergen Bioprodukte durch den entstehenden Massenmarkt leider genau die selben Risiken wie andere Lebensmittel, was wiederum auf den letzten zitierten Satz abzielt.
    Man könnte somit sogar über den Untergang der “alternativen Biowelle” philosophieren
    :lol:

    Achja: Die EU-Verordnung aktualisierung aufs Jahr 2007 gibts
    http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2007:189:0001:0023:DE:PDF
    und hier:
    http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=CONSLEG:1991R2092:20080514:DE:PDF

    Meine eigene Meinung dazu: Ich find Bioprodukte ansich eine tolle Sache, aber ich denke nicht, dass sie im herrschenden System im Massenmarkt funktionieren. Denn wie oben begründet verkommen sie somit eh nur wieder zum normalen Produkt (evtl im Endeffekt etwas besser aber das Ziel der Auseinandersetzung mit der eigenen Ernährung fällt wieder flach). Daher kann ich auch nicht mehr bieten als die gewohnten Floskeln vom vorleben, jeder denkt an eine Kleinigkeit, wenn das alle tun ist die Welt supidupi, der eigenen Moral und Norm, den Kindern, keine Macht der Sinnflut, nieder mit (allgemeine Systemkritik hier einsetzen) ect pp. :cry:

    Zum eigentlichen Thema :D : Evtl liegt der Drang nach dem Alkohol nach dem Drang der gewünschten Abwechslung auf Partys? Ich mein, keiner kann behaupten, er könne mal locker über seinen eigenen Schatten springen, mit Alkohol kann man wenigstens die Schattenränder verschwimmen lassen und somit (gewollt oder ungewollt) andere Seiten von sich präsentieren oder zeigen. Muss man nicht toll finden, ich finds aber hin und wieder ganz angenehm :mrgreen:

  9. Schadstoffbelastung in Bio-Lebensmitteln ist zwar seltener und geringer, aber es gibt doch Fälle von belasteten Bioprodukten. Einen guten Überblick gibt dazu das Umweltinstitut München e.V.. Natürlich kann es auch bei Bio keine 100% Sicherheit geben, aber es ist schon wesentlich unwahrscheinlicher.
    Trotzdem gab es bereits ein paar Skandale um Bioprodukte. Der sog. Nitrofen Skandal ist ein Beispiel dafür.

    Aber noch mal zu was anderem. Ich hab gerade noch ein paar erschreckende Meldungen zu Glutamat gefunden: Ein amerikanischer Forscher hat in Versuchen mit Tieren nachweisen können, dass Glutamat Gehirnzellen angreift. Fraglich ist nur in wie fern das auf den Menschen übertragbar ist.

  10. Von dem Nitrofen-Skandal habe ich gar nichts mitbekommen damals. Das lag wohl daran, dass ich mich 2002 noch gar nicht mit Bio-Produkten und allem drum und dran beschäftigt habe.
    Besonders krass finde ich dabei, wie wir uns selbst vergiften ohne es zu merken: “So gelangte das Gift aus dem Boden der Lagerhalle über das Getreide in Bio-Fleisch und Bio-Eier und auf unsere Teller.”
    Gleiches trifft ja auch auf andere Bereiche zu, man nehme zb. mal Fisch. All die Chemikalien, die durch uns Menschen in Flüsse, Grundwasser und Meere gelangen (zum Teil ja aktiv eingeleitet werden), reichern sich auch da in der Nahrungskette an und landen schließlich auf unseren Tellern. Bsp.: Aal.

    Zu dem Glutamat-Bericht stellen sich mir die Fragen: Welche Tiere hat er verwendet (das bedingt den Grad der Übertragbarkeit auf den Menschen) und welche Dosis an Glutamat. Denn die Dosis macht das Gift. Von daher ist an der Aussage des Artikels nüchtern betrachtet nicht viel dran, weil einfach die wichtigsten Informationen fehlen. Aber da Glutamat ein enorm wichtiger und hochwirksamer Botenstoff im Gehirn ist, sollten schon kleine Mengen in der Nahrung ausreichen, um Auswirkungen auf unser Gehirn zu haben.

    Irgendwie ließ mich das gerade an “A Scanner darkly” denken…. Mischen wir Drogen in die Lebensmittel und machen damit alle Menschen abhängig, und verdienen ordentlich Geld daran! :evil:

  11. Ok, ich gebe zu, ihr habt wohl recht damit, dass Bio-Produkte auch nicht immer das Beste sind und dass man ihnen nicht einfach blind vertrauen sollte, da sie genauso Gefahren bergen können (Pestizidbelastung…) wie konventionelle Lebensmittel. Aber diese Wahrscheinlichkeit ist bei Bio-Produkten doch wesentlich geringer und wenn ich die Wahl habe (und es nicht extrem teuer ist), dann bevorzuge ich Bio-Produkte. :D
    Man sollte eben alles hinterfragen, wie Jan im letzten Post schon schrieb… (Im Zweifel)

    Ich verstehe aber trotzdem nicht, dass man für Partys Alkohol braucht. Ich meine, wenn man eine Party feiert, dann doch normalerweise mit Freunden und da sehe ich keinen Grund, “über seinen eigenen Schatten springen” zu müssen. Wenn man zu einer Party mit hauptsächlich fremden Leuten geht, ist das vielleicht was anderes. Aber davon habe ich keine Ahnung, da ich große Menschenansammlungen dieser Art nicht besonders mag, schon gar nicht, wenn sich die meisten davon betrinken. Das ist einfach unangenehm. Daher meide ich sowas eher. Wenn dann noch dazu geraucht wird, ist das besonders unschön für Nicht-Drogen-Konsumenten. :(

    Ich finde ja an sich, dass jeder gern tun kann, was er will. Aber dann soll er/sie bitte nicht seine Mitmenschen damit belästigen.

  12. Mein Post ist wieder aufgetaucht oO yippie :D Naja, mit dem Alkohol hast du natürlich recht, aber der Mensch ist nunmal schizophren. Ich fange eigentlich damit an, mich damit langsam abzufinden. Irrationales Hanlden gehört einfach mit zum Spiel :D Ich mein, ich weiss auch das ich kein Fleisch brauche, will aber trotzdem nicht darauf verzichten und lass mich lieber in die moralische Zwickmühle bringen. Dämlich aber ist halt so.
    Aber ansonsten stimm ich dir schon zu, Sinn macht das keinen.
    Wegen der belästigung: ab wann belästigt man mit Alkoholkonsum seine Mitmenschen?! Sobald man betrunken ist oder sobald man ausfällig wird.
    Beim Rauchen kann man da (und wurde jetzt ja auch) viel klarer Grenzen ziehen.

    Und zum Biozeugs: Auf dein Posting können wir uns glaub alle einigen :D

  13. Gegen irrationales Handeln hab ich nichts :D Rationalität ist beschränkt und an sich doch ziemlich langweilig und eintönig. Aber ich sehe eine Gefahr in inkongruentem Handeln, dh. Handeln, welches gegen die eigene Einstellung verstößt. Ich habe das Gefühl, dass mich das irgendwie von mir selbst entfernt. Meistens ist es auch Herdenverhalten (Gruppenzwang), das dazu führt, dass ich mich inkongruent verhalte. Nun hat solches Verhalten natürlich grundsätzlich vielleicht einen evolutionstechnischen Sinn gehabt, aber ich hege doch die Befürchtung, dass es heute zu viel zu großen Teilen von den Medien und nicht von der Herde selbst gesteuert wird. Mir gefällt der Gedanke nicht, dass irgendwo ein Hirte sitzt und uns Schäfchen durch die Gegend dirigiert. Auch wenn es nur darum geht, dass wir Cola trinken statt Wasser, denn solange der Hirte davon profitiert ist ihm egal wievielen Schäfchen es deshalb schlecht geht.

    Ich persönlich finde Alkoholkonsumenten ab dem Zeitpunkt lästig, wenn sie laut werden. Diese ganze Alkohol-induzierte Extrovertiertheit ist einfach anstrengend, wenn man darauf gerade keine Lust hat, insbesondere wenn sie einen dabei noch mit einbinden. Hinzu kommt noch, dass man Betrunkene so schwer einschätzen kann. Man weiß oft nicht ob sie laut werden weil sie fröhlich sind oder weil sie schlecht gelaunt sind. :|

  14. Jetzt kommt aber auch mal wieder runter und genehmigt euch erstmal eine Tüte!

    Relax!

  15. Wie Jan schon gesagt hat, sind Betrunkene sehr nervig, wenn sie laut werden. Und dann lassen sie sich auch kaum mehr zur Ruhe bringen… Du kannst sie vielleicht darauf hinweisen, dass sie doch bitte leiser sein sollen, aber nach einer Weile erreichen sie dann meist doch wieder ihren erhöhten Lautstärkepegel. Und ich behaupte mal, dass sie das nicht mal mitkriegen. Sie merken halt nicht mehr, wie sie auf ihre Umgebung wirken und werden möglicherweise sogar so ignorant, dass sie das gar nicht mehr interessiert.
    Naja, das sind Extreme, aber die können andere Leute eben ziemlich stören…

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