Die Tropenholz-Mafia
Monday, January 12th, 2009 | Author: Luisa Federwisch

Im Norden Kambodschas ist man bereit zu kämpfen. Aus einem Dorf am Mekong brechen zwölf Männer auf in den tropischen Regenwald. Sie jagen Holzfäller. Chat Wutty führt sie an. Er sagt: “Wir haben keine andere Wahl. Wir müssen selbst unseren Wald beschützen.”
Doch das Unternehmen “Dschungel-Patrouille” ist gefährlich. Die kriminellen Holzdiebe sind bewaffnet. Was haben die Dörfler dem schon entgegenzusetzen? Einen Dorfpolizisten mit einer alten Kalaschnikov. Die Ausrüstung besteht aus zehn Mopeds, einem Plastikkanister Sprit, einem Kochtopf und einem Sack Reis. Die “Auslandsreporter” fahren mit und filmen den Urwaldeinsatz mit ihren kleinen Kameras.
Nach einer Nacht im Dschungel hört die Truppe schon im Morgengrauen das Kreischen der Motorsägen tief im Wald. Die Jagd beginnt - Motocross mit Mopeds durch Matsch und Flüsse. Schließlich stößt die Dschungel-Patrouille auf ein illegales Sägewerk, mitten im Urwald. Die Dorfbewohner stecken das Sägewerk kurzerhand in Brand.
Klingt nach Action-Thriller? Ist Realität. Zu sehen am 14. Januar (diesen Mittwoch) um 18.00 Uhr auf Phoenix. (Informationen zur Reportage “Die Tropenholz-Mafia” stammen von: Rettet den Regenwald e. V.)
Manfred Ladwig und Thomas Reutter waren drei Wochen lang im südostasiatischen Regenwald unterwegs. In Laos, Kambodscha und Vietnam. Auf den Spuren der Holzmafia. Als Touristen getarnt haben sie mit kleinen Kameras den Raubbau in den artenreichsten Regenwäldern des Globus dokumentiert. Sie sind den riesigen Holzlastern nach Vietnam gefolgt, dorthin wo das Holz verarbeitet wird. In Vietnam wird das Raubholz zu legaler Ware. Hier gibt es kein Gesetz zum Schutz des Tropenwaldes. Kein Importverbot, keine Handelsrestriktionen, keine Kontrollen. Die Fabriken in der Hafenstadt Quinon produzieren Gartengarnituren und Hollywoodschaukeln für den Export, auch für den deutschen Markt. Die vietnamesischen Hersteller verkaufen ihre Tropenholzware unter anderem auf der internationalen Gartenmöbelmesse in Köln. Denn auch in Deutschland gibt es kein Urwaldschutzgesetz.
Weil es wieder und wieder nicht durchkommt. Da hat die Holzindustrie wohl eine stärkere Lobby als die NGOs, und so blieben die Gesetzesinitiativen der Grünen und auch der Vorschlag von Greenpeace bisher erfolglos.
Am schlimmsten ist es mit dem illegalen Holzeinschlag zur Zeit in Südostasien, worüber wir schon einmal berichtet haben. Dabei hat Indonesien eine der höchsten absoluten Entwaldungsraten der Erde. Nach Prognosen des Umweltprogrammes der Vereinten Nationen (UNEP) werden bis zum Jahr 2022 - schon in 13 Jahren - 98 % der indonesischen Wälder degradiert oder verschwunden sein. Was die endgültige Ausrottung der jetzt schon stark bedrohten Orang-Utans zur Folge hätte.
Was kann man also tun?
Erst einmal ist es wichtig, sich zu informieren, woher das Holz oder Holzprodukte, die man kauft, stammen. Viele Baumärkte verkaufen z.B. Tropenhölzer und die meisten Leute wissen gar nicht, was sie da eigentlich kaufen. Dabei sollte die Herkunft bzw. die Baumart eigentlich am Produkt gekennzeichnet sein. Man muss nur darauf achten - oder einfach mal nachfragen. Sehr hilfreich ist auch der Holzratgeber von Greenpeace: hier.
Am besten wäre es natürlich, nur Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft zu kaufen. Dabei werden nämlich keine Primärwälder zerstört. Nachhaltige Forstwirtschaft erkennt man z.B. am FSC-Siegel.
Noch viel wichtiger finde ich aber den Umgang mit Papier und Papierprodukten! Denn davon verbraucht die Menschheit so erschreckend viel, dass man meinen könnte, es wäre ein unerschöpflicher Rohstoff.
Around the world we use around 1 million tonnes of paper every day, with half of the trees cut down commercially ending up in paper products. Yet much of this paper use is wasteful and unnecessary. [...] despite advances in digital technology we have become careless in our use of paper and too often take it for granted. Europeans and North Americans, only 10% of the world’s population, use half of the world’s paper products, 6 times the world average. (Quelle: WWF)
Achtet doch mal darauf, wie ihr mit Papier umgeht. Versucht, weniger zu verbrauchen und z.B. daran zu denken, dass ein Blatt Papier zwei Seiten hat. Eine Menge Papiermüll ist unnötig und kann leicht vermieden werden (so wie unerwünschte Werbung, haufenweise Verpackungen, auch Geschenkpapier, und das ganze Papierzeug bei Fastfood). Doch vor allem auf eines sollte man achten: Recycling-Papier oder Produkte mit Zertifizierung (FSC oder Blauer Engel). Die sind wirklich nicht schwer zu bekommen, seien es Schreib- und Druckpapier, Taschentücher oder Toilettenpapier. Denn schließlich kann es nicht richtig sein, dass uns selbst Jahrhunderte alte Bäume am Arsch vorbeigehen und in der Kanalisation landen.
Und nochwas: Spread the message!
Category: environmental blues | 4 Comments




