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Du bist Terrorist

Friday, May 29th, 2009 | Author: Jan Lachnit

Nicht mehr neu, aber dafür sehr schön gemacht. Ein satirisches Aufklärungsvideo zu Deutschlands Überwachungsmaßnahmen. Autor ist Alexander Lehmann, der das Video im Rahmen seiner Uni-Abschlussarbeit erstellt hat. Für die Anspielung auf die “Du bist Deutschland”-Kampagne gabs dann auch gleich Ärger mit der Agentur KemperTrautmann, die nämlich die Rechte an selbiger besitzt. Glücklicherweise konnte man sich friedlich einigen, ohne dass dieses kleine Meisterwerk darunter leiden musste. :)

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Can we stop it?

Thursday, May 21st, 2009 | Author: Jan Lachnit

Epic Combo Breaker Obama

Schluss mit dieser Obamahysterie!
Und um Gottes Willen, bitte keine Obama Plagiate mehr!
Während des Wahlkampfes konnte ich den ganzen Trubel ja noch irgendwie verstehen. Spätestens, als man sich nach der Wiederwahl Bushs rund um die Welt an den Kopf fasste, war internationale Aufmerksamkeit für die nächste Wahl garantiert. (Für Bushs Wiederwahl entschuldigten sich viele Amerikaner übrigens im Internet.) Beim Wahlkampf selbst vergaß man dann jedoch hierzulande fast, dass man kein amerikanischer Bundesstaat ist, während man im Internet vergaß, dass es dort nicht um Politik, sondern um Pornos geht. Zuviel wurde mir dann der Obamahype, als ich das erste “Obama ‘09” auf Aufklebern auf einem Magdeburger Auto fand und Obama Biographien in jedem Buchladen im Schaufenster standen. Deutschland feierte ausgelassen Amerikas neuen Präsidenten, ganz so, als ob sich für uns damit irgendetwas ändern würde.

Nun aber ist die Wahl vorbei. Amerikas neuer Präsident ist schwarz, scheinbar so gut, dass man sich fragt, wann er wohl ermordet wird und hat der Welt gezeigt wie moderner Wahlkampf aussehen kann. Ja, sein Wahlkampf setzte neue Maßstäbe. Statt sich aber ein Beispiel daran zu nehmen, begann man hier lieber völlig ohne Sinn und Verstand zu kopieren. “Yes we can!”, tönte es von allen Seiten. In allen möglichen Abwandlungen, doch meist eins-zu-eins, schreibt man es sich auf die eigene Fahne. Hat die böse Finanzkrise denn alle Werbetexter arbeitslos gemacht? Wenn nicht, wird es langsam Zeit.

Vor allem überall dort, wo es um Politik geht, findet Obamas Slogan momentan Verwendung. An meiner Uni wirbt eine Partei des Studierendenrats mit “Yes we can” und dem Zusatz “noch besser”, um keinen Zweifel an ihrer Ideenlosigkeit zu lassen. Bei der CDU traute sich ein Lokalpolitiker sogar so weit, sich selbst als “Joebama” in den Wahlkampf zum Gemeinderat zu stürzen. Doch das war von so fantasielosen Zeitgenossen wohl zu erwarten.

Wirklich enttäuscht hat mich allerdings Greenpeace. Auf der aktuellen Protest-Postkarte, die meiner Fördermitglieds-Zeitung beigelegt wurde, findet sich eine Schwarz-Rot-Gelbe Vektorisierung Angela Merkels, die sicher nicht nur zufällig an Obamas Wahlplakat erinnert. Darunter findet sich der Spruch “Angie you can!”. Schon allein wegen der höllisch anmutenden Farben wirkt die Postkarte weder positiv noch motivierend. Doch zusammen mit diesem unglaublich einfallslosen Spruch fällt es mir schwer meine Unterschrift darunter zu setzen und sie zu verschicken, obwohl ich Greenpeaces Klimaschutz-Kampangne für äußerst wichtig und unterstützenswert halte. Nur unterstütze ich damit dann auch Ideenklau? Wird Angela Merkel sich wirklich nach Erhalt zahlloser solcher Postkarten auf der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen noch stärker für den Klimaschutz einsetzen? Oder wird sie sich einfach nur schämen, wenn sie dort auf Obama trifft, dem die Plakate der Greenpeacer sicher auch nicht entgehen werden?

Wir werden es sehen. Ich, für meinen Teil, werde allein wegen der letzten Möglichkeit die Postkarte abschicken und damit einen Hilferuf an die Welt entsenden: Bitte, Welt, lasst uns damit aufhören!

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Mind-funk steht still

Wednesday, March 25th, 2009 | Author: Jan Lachnit

Mind-funk.de steht still, weil sich alles andere bewegt. Wie vielleicht bemerkt wurde, hat sich in letzter Zeit hier nichts getan. Das liegt grundsätzlich an zwei Dingen, die ich hier mal kurz erläutern möchte.

Zunächst mal wollten wir mit mind-funk.de auf einen neuen Server umziehen, weil einige -wie vielleicht auch bereits bemerkt wurde- ein paar Probleme hatten, die Seite zu erreichen (darunter auch Luisa und ich).  Doch der Umzug lief nicht so, wie er sollte, das heißt momentan läuft er gar nicht. Ich weiß nicht wie lange wir auf diesem Server noch bleiben dürfen und es dauert zumindest noch eine Woche bis wir an den neuen Server kommen. Backups sind alle schon gemacht, deswegen fehlt ein wenig die Motivation für weitere Posts bis das geregelt ist. Umzug abgeschlossen :D Vielen Dank nochmal an Raph für die Vermittlung und Daniel Schmitz für das Hosting bis jetze.

Zweitens sind gerade Semesterferien, also fehlt es uns an Freizeit. :D Bis vor ein paar Tagen waren wir mit dem Rucksack auf Madeira unterwegs (Bilder folgen, wenn der neue Server steht) und jetzt sind wir in Würzburg auf dem Synagieren-Wirkcamp um eine T-Shirt-Marke zu kreieren, die auf humoristische Weise auf das Problem der durch den Menschen verursachten Abnahme der Biodiversität hinweist.

Außerdem reisen wir natürlich (wie immer) quer durch Deutschland zu meinen und Luisas Eltern. Ich bin zusätzlich noch dabei das Gamedesign für Metalchaser 2 zu erarbeiten, und mein Pen&Paper-Rollenspiel endlich online zu bringen. Luisa versucht dagegen eine Unzahl an Papern und Büchern zu lesen.

Wir sind also schwer beschäftigt und es tut uns leid, aber wir werden es auch noch ein paar Tage bleiben. Gebt uns noch ein bis zwei Wochen, dann kommt wieder was Neues (ich überarbeite zB. auch nochmal das Design hier minimal).

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Erster Post 2009

Saturday, January 03rd, 2009 | Author: Jan Lachnit

Zugriff-Statistik 2008

So, das Jahr 2008 ist jetzt endlich um und ich hab vergessen den “traditionell” letzten Post des Jahres zu schreiben. Jaja, ich weiß, wir haben uns sowieso wieder mit den Posts Zeit gelassen und jetzt auch das noch. Wie auch immer, dafür gibts jetze eben einen Ersten Post des Jahres und zusätzlich wiedermal ein neues Design (an dem aber noch etwas gearbeitet wird). Toll, oder?

Weil ich mir sicher bin, dass ihr bereits schon genug Jahresrückblicke miterleben musstet, werde ich versuchen mich kurz zu fassen.

Für mind-funk.de war 2008 jedenfalls ein gutes Jahr, auch wenn wir den 2. Geburtstag am 9. 12. vergessen haben. :roll: Dafür wurde ein neuer Zugriffsrekord aufgestellt: Am 3. November haben sage und schreibe 75 Leute unsere Seite besucht! Wohoo! Insgesamt hatten wir letztes Jahr damit 3,860 Zugriffe. Das sind 3mal mehr als 2007.

Die Top 5 Posts des Jahres 2008 waren:

  1. 388 Zugriffe - Methoden der Motivation
  2. 168 Zugriffe - Koma-Trinken: Merkel appelliert an die Eltern
  3. 67 Zugriffe - Drogengesellschaft Deutschland
  4. 52 Zugriffe - Staudämme gegen das Volk
  5. 46 Zugriffe - Bürokratismus und Kapitalismus

Die Top 5 Suchbegriffe, mit denen mind-funk.de 2008 gefunden wurde:

  1. motivation (263 mal)
  2. koma (90 mal)
  3. viren (41 mal)
  4. komatrinken (20 mal)
  5. mindfunk (19 mal)

Jetzt, wo ich sie so sehe, muss ich zugeben, dass die Suchbegriffe mich nicht gerade optimistisch stimmen. Hoffentlich haben all jene, die nach Motivation gesucht haben, wenigstens etwas davon gefunden und nicht dann tags darauf nach (oder gar ins) Koma gegoogled. Mind-funk.de ist jedoch weder eine Selbsthilfe-Seite, noch wird sie jetzt dazu. Wir bieten nur Information und unsere Meinung, Hilfe gibt’s hier keine.
Gehen Sie also bitte weiter ;)

Wie letztes Mal möchte ich jetzt, wenn auch nur abgekürzt, die Entwicklung von ein paar ausgewählten Themen des letzten Jahres betrachten.

Am wichtigsten erscheint mir dabei das BKA-Gesetz, auf das wir im Rahmen des “Dank Europa”-Posts kurz hingewiesen hatten. Trotz der damals aktuellen Petition dagegen wurde dieses nämlich am 12. 11.2008 vom Bundestag und dann kurz vor Weihnachten am 19.12.2008 vom Bundesrat verabschiedet. Damit darf das BKA jetzt bundesweit agieren und zwar auch schon präventiv, also ohne Tatverdacht. Das Ganze natürlich im Geheimen mit Rasterfahndung, Lauschangriff, Onlinedurchsuchung und Videoüberwachung in den eigenen vier Wänden. Gleichzeitig ist das BKA jetzt auch nicht mehr so stark an die Bundesanwaltschaft gebunden. Um es kurz zu sagen: Das BKA entwickelt sich von einer Polizeibehörde zu einem Geheimdienst, ohne dass die dazugehörige Kontrolle mitwächst. Das sollte alle nachdenklich stimmen, denen der Ausdruck Gestapo noch was sagt.

Gute Nachrichten gibt es dagegen zur Bahnprivatisierung in Deutschland zu vermelden, von der wir im selben Post kurz gesprochen hatten. Die Privatisierung ist nämlich vorerst geplatzt! Grund dafür ist die Finanzkrise. Also hat diese sogar etwas Gutes… ;)

Das war es dann auch schon. Zumindest für 2008…

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Kopf und Bauch

Monday, December 29th, 2008 | Author: Jan Lachnit

‘Do what thou wilt’ shall be the whole of the law. Love is the law, love under will.
- Aleister Crowley, The Book of the Law

Diesem Prinzip folgen die Mitglieder der sogenannten Thelema-Bewegung. Doch so simpel das Prinzip auch klingen mag, so schwer fiel mir dessen Umsetzung in den letzten Wochen. Trotzdem kann ich es jedem nur empfehlen, es auch einmal zu probieren. Es ist wirklich nicht einfach. Wenn man erst mal beschließt, sich nicht mehr von den allgegenwärtigen Gesetzen, Regeln oder dem Willen anderer beherrschen zu lassen, muss man sich nämlich ständig Gedanken machen, was man eigentlich selber will.

“Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust”
Das klingt zwar ein bisschen zu melodramatisch, aber zwiegespalten fühle ich mich schon ein wenig. Einerseits gibt es da meinen Kopf, der mit Logik und Rationalität entscheidet. Andererseits aber trifft auch mein Bauch Entscheidungen. Was mein Kopf darüber denkt, interessiert ihn dabei scheinbar weniger, dafür ist er aber sehr beharrlich. Problematisch wird es immer dann, wenn beide unterschiedlicher Meinung sind. Vermutlich bin ich nicht der Einzige, dem es so geht. Sobald sich mein Bauch für irgendwas entschieden hat, lässt er sich von Argumenten und Fakten nicht mehr umstimmen. Normalerweise ignoriere ich ihn dann trotzdem zugunsten meines Kopfes, beziehungsweise zugunsten äußerer Umstände (Gesetze, Gruppenzwang, etc.). Nicht selten bereiteten mir solche Entscheidungen dann aber “Bauchschmerzen” und das noch nicht mal nur im übertragenen Sinne, wenn auch nur selten so stark, dass man wirklich von Schmerzen sprechen könnte.

In den letzten Wochen wollte ich jedenfalls versuchen, mich zur Abwechslung mal ganz auf meinen Bauch zu verlassen. Nicht nur um zu sehen, ob ich davon irgendwann “Kopfschmerzen” bekomme, sondern hauptsächlich eben weil mein Bauch sich nicht so einfach beeinflussen lässt. Ob es sich nämlich bei einer Kopfentscheidung tatsächlich um meine eigene und nicht um eine übernommene handelt, lässt sich ja praktisch nicht feststellen. Daraus folgerte ich also, dass mit “Wille” nur mein Bauchgefühl gemeint sein kann.

Darauf, dass der Bauch tatsächlich Entscheidungsqualitäten aufweist, möchte ich an dieser Stelle nochmal ausführlicher hinweisen. Denn nicht nur Sprichwörter wie “Aus dem Bauch heraus entscheiden” lassen darauf schließen, sogar die Wissenschaft stellte fest:

Mögen die Eingeweide auch hässlich erscheinen und von Wissenschaft und Gesellschaft tabuisiert werden - sie sind umhüllt von mehr als 100 Millionen Nervenzellen: mehr Neuronen, als im gesamten Rückenmark zu finden sind. Dieses “zweite Gehirn”, so haben Neurowissenschaftler herausgefunden, ist quasi ein Abbild des Kopfhirns - Zelltypen, Wirkstoffe und Rezeptoren sind exakt gleich.
- Geo.de

Nachdem ich nun also wusste, was ich “wollte”, versuchte ich mich darin, bei der Entscheidungsfindung auch darauf zu hören und mich, nachdem die Entscheidung gefallen war, nicht mehr kompromittieren zu lassen. Daraufhin konnte ich einige interessante Beobachtungen machen und ich bin nicht zu bescheiden sie auch mit meinen geneigten Lesern zu teilen (zumal darunter einige unfreiwillig Teilnehmer an meinem Versuch waren).

Zunächst einmal ist es - mit etwas Aufmerksamkeit - recht leicht, auf den eigenen Bauch zu hören. Viel schwieriger ist es dagegen, den eigenen Willen dann auch durchzusetzen. Im Alltag betreffen Entscheidungen nämlich auch andere Menschen, wenn auch oft nur indirekt. Früher oder später wird man sein Verhalten erklären oder sich dafür rechtfertigen müssen. Was sich bei reinen Bauchentscheidungen natürlich recht problematisch gestaltet. Insbesondere unangenehm wurden solche Situationen, wenn gute Freunde, die mich als sonst (halbwegs) rationalen Menschen kannten, versuchten mich umzustimmen. Besonders bei unwichtigen Entscheidungen ist es schwer “sich selbst treu zu bleiben” und nicht einfach dem Druck nachzugeben. ;)

Trotzdem muss ich sagen, dass ich bisher keine Bauchentscheidung bereue. Wenn ich jetzt so darüber nachdenke, glaube ich sogar, dass ich jene Entscheidungen meist bereut habe, die ich gegen mein Bauchgefühl getroffen habe. Egal wie viele Gedanken ich mir darüber gemacht hatte und wieviele mir dabei zustimmten. Allgemein fühlen sich Bauchentscheidungen einfach besser an, auch wenn es manchmal schwer ist, sie logisch zu begründen.

Doch mit der Rationalität bei der Entscheidungsfindung ist es ja sowieso nicht so weit her. Wissenschaftler haben nicht nur festgestellt, dass wir viele Entscheidungen erst treffen und dann begründen, sondern dass komplexere Probleme sogar besser intuitiv als durch Nachdenken zu lösen sind (Geo-Magazin 08, August 2008). Auch das ist eigentlich nichts Neues. Schon im Hagakure stand, dass sich ein Samurai für eine Entscheidung nur 7 Atemzüge Zeit nehmen solle.

Was würde jetzt wohl geschehen, wenn alle nur noch das täten, was sie wirklich wollten?
Keine Ahnung. Ich glaube aber nicht, dass es in Chaos ausarten würde, wie meine Mutter mir immer weiß machen wollte. Ich glaube, wenn jeder wirklich auf das hören würde, was sein Bauch ihm sagt, dann gäbe es schon mal weit weniger Unzufriedenheit auf dieser Welt (und weniger Magengeschwüre). Und mehr Zufriedenheit führt dann vielleicht zu weniger Neid, Hass und Gier und schlussendlich zu weniger Menschen, die anderen ihren Willen aufzwingen wollen.
Ich für meinen Teil werde jedenfalls bei Entscheidungen weiterhin versuchen, mehr auf meinen Bauch zu hören.

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