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126.000

Wednesday, January 28th, 2009 | Author: Luisa Federwisch

Atommüllfässer im Versuchslager Asse

Wer Müll verursacht, muss ihn auch fachgerecht entsorgen.

Diese Idee scheinen unsere vier großen Stromkonzerne (EnBW, Eon, RWE und Vattenfall) nicht sonderlich zu mögen. Man muss sich nur mal das “Versuchsendlager” Asse anschauen:

126.000 Atommüllfässer liegen im alten Salzbergwerk Asse. Viele sind beschädigt oder durchgerostet. (Meldung von Greenpeace, Förderer-Nachrichten Nov./Dez. 2008)

Das liegt einerseits daran, dass die Fässer bei ihrer Einlagerung zwischen 1967 und 1978 einfach übereinander gekippt wurden, anstatt sie ordentlich aufzustellen. Dazu kommt nun noch, dass der Salzstock nicht dicht ist. Jeden Tag dringen laut Greenpeace 12 Kubikmeter Wasser ein, die sich dort ansammeln und sowohl die Fässer als auch den Salzstock selbst anfressen. Das Gestein ist scheinbar so porös, dass der ganze Stock in nicht allzu ferner Zukunft einstürzen könnte.

Und was machen unsere lieben Volksvertreter nun?

Fast in einer Nacht- und Nebelaktion will die große Koalition am kommenden Freitag (30.01.2009) das Atomgesetz so ändern, dass nicht mehr die Atomkonzerne, sondern die Allgemeinheit die Kosten für den Atommüll in der Asse zahlen soll. Erst am Donnerstag (22.01.2009) haben die Fraktionen von SPD und Union einen entsprechenden Änderungsantrag eingebracht - am Freitag soll die Novelle des Atomgesetzes im Bundestag abschließend beraten und abgestimmt werden.

Wieder einmal sollen also die Stromkonzerne auf Kosten der Allgemeinheit finanziell entlastet werden – im Fall des einsturzgefährdeten Atommülllagers “Asse II” geht es um bis zu 2,5 Milliarden Euro. (Quelle: .ausgestrahlt)

Die Entscheidungsträger haben wohl keine Lust mehr sich damit zu befassen und meinen, die Bürger möchten das sicher gerne tun. (Die scheinen sich doch sowieso in letzter Zeit wieder verstärkt für das Thema zu interessieren…) Doch da sie uns das ja so kurzfristig nicht mitteilen konnten, hat .ausgestrahlt das übernommen und diese Information verbreitet. Außerdem haben sie eine Email-Aktion gestartet, mit der wir den Bundestagsabgeordneten zu ihrer tollen Idee gratulieren können.

Also dann mal los, schließlich läuft die Abstimmung schon diesen Freitag! :)

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Sonne, Wasser, Wind

Saturday, January 17th, 2009 | Author: Luisa Federwisch

Graph_erneuerbare Energien in DE

17% des deutschen Stroms kommen heute bereits aus erneuerbaren Energien. Das sagt urgewald. Wie man sieht, geht es also bergauf, was sehr erfreulich ist.

Auch das Umweltbundesamt meint: erneubare Energien machen den Strommix klimafreundlicher. Denn dadurch sinken die CO2-Emissionen pro verbrauchter Kilowattstunde Strom. Hoffen wir, dass es so weiter geht. Die Aussichten stehen jedenfalls gut.

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Die Tropenholz-Mafia

Monday, January 12th, 2009 | Author: Luisa Federwisch

illegaler Holzeinschlag in Kambodscha

Im Norden Kambodschas ist man bereit zu kämpfen. Aus einem Dorf am Mekong brechen zwölf Männer auf in den tropischen Regenwald. Sie jagen Holzfäller. Chat Wutty führt sie an. Er sagt: “Wir haben keine andere Wahl. Wir müssen selbst unseren Wald beschützen.”
Doch das Unternehmen “Dschungel-Patrouille” ist gefährlich. Die kriminellen Holzdiebe sind bewaffnet. Was haben die Dörfler dem schon entgegenzusetzen? Einen Dorfpolizisten mit einer alten Kalaschnikov. Die Ausrüstung besteht aus zehn Mopeds, einem Plastikkanister Sprit, einem Kochtopf und einem Sack Reis. Die “Auslandsreporter” fahren mit und filmen den Urwaldeinsatz mit ihren kleinen Kameras.
Nach einer Nacht im Dschungel hört die Truppe schon im Morgengrauen das Kreischen der Motorsägen tief im Wald. Die Jagd beginnt - Motocross mit Mopeds durch Matsch und Flüsse. Schließlich stößt die Dschungel-Patrouille auf ein illegales Sägewerk, mitten im Urwald. Die Dorfbewohner stecken das Sägewerk kurzerhand in Brand.

Klingt nach Action-Thriller? Ist Realität. Zu sehen am 14. Januar (diesen Mittwoch) um 18.00 Uhr auf Phoenix. (Informationen zur Reportage “Die Tropenholz-Mafia” stammen von: Rettet den Regenwald e. V.)

Manfred Ladwig und Thomas Reutter waren drei Wochen lang im südostasiatischen Regenwald unterwegs. In Laos, Kambodscha und Vietnam. Auf den Spuren der Holzmafia. Als Touristen getarnt haben sie mit kleinen Kameras den Raubbau in den artenreichsten Regenwäldern des Globus dokumentiert. Sie sind den riesigen Holzlastern nach Vietnam gefolgt, dorthin wo das Holz verarbeitet wird. In Vietnam wird das Raubholz zu legaler Ware. Hier gibt es kein Gesetz zum Schutz des Tropenwaldes. Kein Importverbot, keine Handelsrestriktionen, keine Kontrollen. Die Fabriken in der Hafenstadt Quinon produzieren Gartengarnituren und Hollywoodschaukeln für den Export, auch für den deutschen Markt. Die vietnamesischen Hersteller verkaufen ihre Tropenholzware unter anderem auf der internationalen Gartenmöbelmesse in Köln. Denn auch in Deutschland gibt es kein Urwaldschutzgesetz.

Weil es wieder und wieder nicht durchkommt. Da hat die Holzindustrie wohl eine stärkere Lobby als die NGOs, und so blieben die Gesetzesinitiativen der Grünen und auch der Vorschlag von Greenpeace bisher erfolglos.

Am schlimmsten ist es mit dem illegalen Holzeinschlag zur Zeit in Südostasien, worüber wir schon einmal berichtet haben. Dabei hat Indonesien eine der höchsten absoluten Entwaldungsraten der Erde. Nach Prognosen des Umweltprogrammes der Vereinten Nationen (UNEP) werden bis zum Jahr 2022 - schon in 13 Jahren - 98 % der indonesischen Wälder degradiert oder verschwunden sein. Was die endgültige Ausrottung der jetzt schon stark bedrohten Orang-Utans zur Folge hätte.

Was kann man also tun?

Erst einmal ist es wichtig, sich zu informieren, woher das Holz oder Holzprodukte, die man kauft, stammen. Viele Baumärkte verkaufen z.B. Tropenhölzer und die meisten Leute wissen gar nicht, was sie da eigentlich kaufen. Dabei sollte die Herkunft bzw. die Baumart eigentlich am Produkt gekennzeichnet sein. Man muss nur darauf achten - oder einfach mal nachfragen. Sehr hilfreich ist auch der Holzratgeber von Greenpeace: hier.
Am besten wäre es natürlich, nur Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft zu kaufen. Dabei werden nämlich keine Primärwälder zerstört. Nachhaltige Forstwirtschaft erkennt man z.B. am FSC-Siegel.

Noch viel wichtiger finde ich aber den Umgang mit Papier und Papierprodukten! Denn davon verbraucht die Menschheit so erschreckend viel, dass man meinen könnte, es wäre ein unerschöpflicher Rohstoff.

Around the world we use around 1 million tonnes of paper every day, with half of the trees cut down commercially ending up in paper products. Yet much of this paper use is wasteful and unnecessary. [...] despite advances in digital technology we have become careless in our use of paper and too often take it for granted. Europeans and North Americans, only 10% of the world’s population, use half of the world’s paper products, 6 times the world average. (Quelle: WWF)

Achtet doch mal darauf, wie ihr mit Papier umgeht. Versucht, weniger zu verbrauchen und z.B. daran zu denken, dass ein Blatt Papier zwei Seiten hat. Eine Menge Papiermüll ist unnötig und kann leicht vermieden werden (so wie unerwünschte Werbung, haufenweise Verpackungen, auch Geschenkpapier, und das ganze Papierzeug bei Fastfood). Doch vor allem auf eines sollte man achten: Recycling-Papier oder Produkte mit Zertifizierung (FSC oder Blauer Engel). Die sind wirklich nicht schwer zu bekommen, seien es Schreib- und Druckpapier, Taschentücher oder Toilettenpapier. Denn schließlich kann es nicht richtig sein, dass uns selbst Jahrhunderte alte Bäume am Arsch vorbeigehen und in der Kanalisation landen.

Und nochwas: Spread the message! ;)

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Erster Post 2009

Saturday, January 03rd, 2009 | Author: Jan Lachnit

Zugriff-Statistik 2008

So, das Jahr 2008 ist jetzt endlich um und ich hab vergessen den “traditionell” letzten Post des Jahres zu schreiben. Jaja, ich weiß, wir haben uns sowieso wieder mit den Posts Zeit gelassen und jetzt auch das noch. Wie auch immer, dafür gibts jetze eben einen Ersten Post des Jahres und zusätzlich wiedermal ein neues Design (an dem aber noch etwas gearbeitet wird). Toll, oder?

Weil ich mir sicher bin, dass ihr bereits schon genug Jahresrückblicke miterleben musstet, werde ich versuchen mich kurz zu fassen.

Für mind-funk.de war 2008 jedenfalls ein gutes Jahr, auch wenn wir den 2. Geburtstag am 9. 12. vergessen haben. :roll: Dafür wurde ein neuer Zugriffsrekord aufgestellt: Am 3. November haben sage und schreibe 75 Leute unsere Seite besucht! Wohoo! Insgesamt hatten wir letztes Jahr damit 3,860 Zugriffe. Das sind 3mal mehr als 2007.

Die Top 5 Posts des Jahres 2008 waren:

  1. 388 Zugriffe - Methoden der Motivation
  2. 168 Zugriffe - Koma-Trinken: Merkel appelliert an die Eltern
  3. 67 Zugriffe - Drogengesellschaft Deutschland
  4. 52 Zugriffe - Staudämme gegen das Volk
  5. 46 Zugriffe - Bürokratismus und Kapitalismus

Die Top 5 Suchbegriffe, mit denen mind-funk.de 2008 gefunden wurde:

  1. motivation (263 mal)
  2. koma (90 mal)
  3. viren (41 mal)
  4. komatrinken (20 mal)
  5. mindfunk (19 mal)

Jetzt, wo ich sie so sehe, muss ich zugeben, dass die Suchbegriffe mich nicht gerade optimistisch stimmen. Hoffentlich haben all jene, die nach Motivation gesucht haben, wenigstens etwas davon gefunden und nicht dann tags darauf nach (oder gar ins) Koma gegoogled. Mind-funk.de ist jedoch weder eine Selbsthilfe-Seite, noch wird sie jetzt dazu. Wir bieten nur Information und unsere Meinung, Hilfe gibt’s hier keine.
Gehen Sie also bitte weiter ;)

Wie letztes Mal möchte ich jetzt, wenn auch nur abgekürzt, die Entwicklung von ein paar ausgewählten Themen des letzten Jahres betrachten.

Am wichtigsten erscheint mir dabei das BKA-Gesetz, auf das wir im Rahmen des “Dank Europa”-Posts kurz hingewiesen hatten. Trotz der damals aktuellen Petition dagegen wurde dieses nämlich am 12. 11.2008 vom Bundestag und dann kurz vor Weihnachten am 19.12.2008 vom Bundesrat verabschiedet. Damit darf das BKA jetzt bundesweit agieren und zwar auch schon präventiv, also ohne Tatverdacht. Das Ganze natürlich im Geheimen mit Rasterfahndung, Lauschangriff, Onlinedurchsuchung und Videoüberwachung in den eigenen vier Wänden. Gleichzeitig ist das BKA jetzt auch nicht mehr so stark an die Bundesanwaltschaft gebunden. Um es kurz zu sagen: Das BKA entwickelt sich von einer Polizeibehörde zu einem Geheimdienst, ohne dass die dazugehörige Kontrolle mitwächst. Das sollte alle nachdenklich stimmen, denen der Ausdruck Gestapo noch was sagt.

Gute Nachrichten gibt es dagegen zur Bahnprivatisierung in Deutschland zu vermelden, von der wir im selben Post kurz gesprochen hatten. Die Privatisierung ist nämlich vorerst geplatzt! Grund dafür ist die Finanzkrise. Also hat diese sogar etwas Gutes… ;)

Das war es dann auch schon. Zumindest für 2008…

Category: random jazz | Leave a Comment