
Seit Alters her ist der Gebrauch von dem, was wir Drogen nennen, bekannt. Ursprünglich bedeutete das Wort Droge “trocken” und bezeichnete schlichtweg getrocknete Pflanzenteile. Die Geschichte der Droge ist wohl so alt wie die Menschheitsgeschichte selbst. Fest steht jedoch, dass wir heute von mehr Drogen umgeben sind, als jemals zuvor. Und das ist gefährlich, vor allem wenn es uns nicht bewusst ist. Auch wenn die Medien gerne ein etwas anderes Bild zeichnen, sterben in Deutschland jährlich 73.714 Menschen alleine durch Alkoholkonsum, während an illegalen Drogen “nur” 1.296 Menschen (2006) ihr Leben verlieren. Ich glaube nicht, dass dieser Unterschied daran liegt, dass illegale Drogen schwerer zu besorgen sind. Ich glaube, legalen Drogen fallen deshalb mehr Menschen zum Opfer, da deren Gefahren einfach nicht so bekannt sind. Man hat das Gefühl sie müssten doch zumindest ungefährlicher als die illegalen Drogen sein. Kein Grund sich also darüber Gedanken zu machen, oder?
Lasst uns doch mal ein paar legale Drogen genauer unter die Lupe nehmen. Wenn man sich die Definition von Drogen zu Herzen nimmt (”[...] jeder Wirkstoff, der in einem lebenden Organismus Funktionen zu verändern vermag”), dann müssen außer Kaffee, Tee und Schokolade auch Glutamat und einige andere Lebensmittelzusatzstoffe dazu gerechnet werden. Eigentlich erschreckend. Um Drogen zu konsumieren, muss man sich also nicht mehr aktiv dafür entscheiden, es reicht unaufmerksam einzukaufen. Aber lassen wir das mal beiseite und betrachten nur die “Großen Drei”: Tabak, Alkohol und Medikamente.
Es mag ein Schock für jeden echten Drogengegner sein, aber im Grunde sind wir heute alle unsere eigenen Schamanen, jeder mit eigener Drogensammlung, an der wir uns bei Beschwerden bedienen. Angefangen bei Aspirin bis hin zu härteren Stoffen, die einem nur der Arzt verschreiben kann, werden Tabletten eingeworfen - meist ohne sich der tatsächlichen Gefahr dabei bewusst zu sein. Erst der ernüchternde Blick auf die Packungsbeilage verscheucht den Irrglauben Medikamente würden nur Gutes tun. Laut Studien des “Journal of the American Medication Association”, sterben in den USA jährlich 100.000 Menschen an den ihnen verschriebenen Medikamenten. Lediglich 7.000 davon wegen Fehlern im Rezept. Das alleine sind schon weitaus mehr Opfer als Amerika jährlich wegen illegaler Drogen zu beklagen hat (17.000 Menschenleben).
Aber auch wer sich von rezeptpflichtigen Medikamenten fern hält, sollte sich nicht allzu sicher fühlen. Ein Paradebeispiel dafür ist die beliebte Acetylsalicylsäure, besser bekannt unter dem Namen Aspirin, die jährlich 16.500 Amerikaner dahinrafft (verursacht durch Magenblutungen). Aber auch Paracetamol-Konsumenten seien gewarnt, denn es wirkt schon bei moderatem Alkoholkonsum äußerst schädigend auf die Leber und darf keines Falls zusammen mit Aspirin eingenommen werden (siehe Wikipedia)!
Doch egal, was man einnimmt: Wer ständig seinem Körper mit Medikamenten unter die Arme greift, der braucht sich nicht zu wundern, wenn dieser immer schwächer wird und man deshalb immer öfter zu immer stärkeren Medikamenten greifen muss.
Wer dagegen seinen Körper fit und gesund hält, wird auch nur selten krank. Und bei Krankheiten reichen oft schon simple, altbewährte Hausmittel, die nicht einfach nur die Symptome abschwächen oder dem Körper die Arbeit abnehmen, sondern ihn stärken, damit er die Ursachen von alleine beseitigen kann.
Ein gutes Hausmittel gegen den Kater nach der durchzechten Nacht ist übrigens Mineralwasser. Noch besser ist es jedoch, gleich auf den Alkohol zu verzichten. Denn Alkohol ist wirklich keine schöne Droge. Ich erinnere mich, dass in der Psychiatrischen Anstalt, in der ich meinen Zivildienst leistete, ein komplettes Gebäude für Patienten mit Alkoholproblemen reserviert war (und ein weiteres für alle anderen Arten von Drogen).
Alkohol wird als harte Droge klassifiziert, macht körperlich abhängig und hat eine “Lethale Dosis” bereits bei ca. 4,0 Promille. Außerdem wirkt Alkohol als Zell- und Nervengift und schädigt bei regelmäßigem Konsum den gesamten Körper, insbesondere das Nervensystem (dazu zählt auch das Gehirn) und die Leber. Die Zahlen der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen habe ich ja oben schon genannt. Was dabei jedoch noch nicht mit einberechnet wurde, sind die Opfer durch Autounfälle, die nicht auf Alkohol getestet wurden. ÄrztlichePraxis.de schreibt, dass in jedem dritten Unfallbett ein Alkoholopfer liegt, aber nur in seltenen Fällen von der Polizei eine Messung des Alkoholspiegels angeordnet wird. Das ist aber auch noch nicht alles. Hinzu kommen noch 4.000 Kinder, die laut der Süddeutschen Zeitung mit geistigen und körperlichen Behinderungen zur Welt kommen, weil ihre Mütter während der Schwangerschaft nicht auf Alkohol verzichten wollten.
Das meiner Meinung nach fatalste am Alkoholkonsum ist jedoch der gesellschaftliche Faktor. Für viele ist eine Party ohne Alkohol wie ein Begräbnis ohne Toten - nämlich sinnlos. Und wer auf Partys mal nichts trinken will, wird sich dafür rechtfertigen müssen. Natürlich “muss” er das nicht, aber irgendwie wollen schon alle wissen warum. Alkoholkonsum ist so “normal”, dass man keinen Grund mehr braucht um zu Trinken, sondern einen um nichts zu trinken.
Wenigstens ist das beim Tabak anders. Das ist auch verständlich, denn Tabak fordert in Deutschland jährlich 110.000 bis 140.000 Menschenleben. Und genau wie beim Alkohol sind auch Tabakkonsumenten nicht nur eine Gefahr für sich selbst. Der Spiegel schreibt, dass jährlich 3.300 Menschen an den Folgen des Passivrauchens sterben. Wievielen Ungeborenen der Rauch zum Verhängnis wird, habe ich nicht herausfinden können. Was er aber den Kindern antut, hat der Medizin-Blog mal zusammengefasst.
Tabakkonsum macht, wie jeder weiß, körperlich abhängig. Wusstet ihr aber, dass Nikotin sogar zu den Drogen mit dem höchsten Suchtpotential gehört? Und auch nicht alle Folgen des Rauchens haben es auf die Warnhinweise der Tabakpackungen geschafft. Rauchen macht impotent, blind, fördert Alzheimer und verursacht so viele verschiedene Arten von Krebs, dass ich sie hier gar nicht alle aufzählen möchte.
Darum fassen wir es zusammen: Tabak macht krank und abhängig und man bekommt noch nicht mal einen Rausch dafür. Jetzt mal ehrlich, welche Gründe gibt es zu Rauchen, außer um irgendwie cool, intelligent oder erhaben zu wirken. Der Geschmack ist es sicherlich nicht. Und dass Rauchen beruhigend wirken soll, ist auch nur ein Märchen, tatsächlich ist das Gegenteil der Fall. Nikotin fördert die Ausschüttung von Adrenalin und beschleunigt den Herzschlag. Beruhigend wirkt er höchstens, wenn man ohne unter Entzugserscheinungen leidet. Laut Wikipedia wurde sogar belegt, dass Rauchen Stress verursacht.
Aber ich will hier niemanden von seiner geliebten Droge abbringen.
Meiner Meinung nach soll doch jeder einschmeißen, was er für richtig hält. Nur sollte er eben wissen, was er da einschmeißt und dafür sorgen, dass niemand anderes durch seinen Konsum beeinträchtigt wird. Ich bin weder für noch gegen Drogen und schon gar nicht für die eine und gegen die andere Droge. Das ist Heuchelei, denn es gibt keine guten und es gibt keine schlechten Drogen.
Es gibt nur bewussten und unbewussten Konsum.