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Deine Schuld

Saturday, May 24th, 2008 | Author: Luisa Federwisch

Geh mal wieder auf die Straße,
geh mal wieder demonstriern!
Nächsten Samstag gibt es Demos,
die dich sicher intressiern.
Gegen Vorratsdatenspeicherung,
für Freiheit anstatt Angst.
Das ist auch ein kleiner Beitrag,
den du locker leisten kannst!

Falls du dazu noch ein passendes T-Shirt brauchst, schau doch mal hier!

Wer noch mehr tun will, der kann an dem Ideenwettbewerb “Generation D” teilnehmen. Ja, ist ein blöder Name, aber eigentlich ein interessantes Projekt! Der Wettbewerb richtet sich an Studenten, die sich mit den Problemen in unserer Gesellschaft auseinandersetzen wollen. Es geht darum, für ein konkretes Problem Lösungsstrategien zu entwickeln, die sich dann auch in die Praxis umsetzen lassen. Dabei gibt es drei Kategorien: Arbeit & Wirtschaft, Klima & Umwelt, sowie Soziale Gesellschaft. Teams von mindestens drei Studenten können ihre Ideen bis zum 15. Juli 2008 online einreichen. Zu gewinnen gibt es neben Geld für die drei Siegerteams und der Vorstellung der zehn besten Projekte vor Politikern und Wirtschaftsleuten in Berlin auch Unterstützung bei der Umsetzung. Die Initiatoren versprechen dabei zu helfen, dass die Ideen im Anschluss an den Wettbewerb tatsächlich verwirklicht werden, und dafür Sponsoren und Mentoren aus der Wirtschaft zu suchen.

Doch Vorsicht: “wenn du etwas ändern willst, dann bist du automatisch Terrorist”. So ging es zum Beispiel Gentechnik-Gegnern in Portugal, deren “Feldbefreiung” national und sogar von Europol als “terroristische Tat” bezeichnet wurde. Seitdem gibt es nun auch “Öko-Terroristen“, vor denen wir uns schützen müssen. Laut einer portugiesischen Zeitung sind Gentechnik-Gegner nämlich “nichtidentifizierte Extremisten”.
Wer nun tatsächlich demonstrieren will, der sollte sich unbedingt seiner Rechte bzw. deren Ausschaltung bewusst sein. “Dass Demonstranten Grundrechte haben, wird vor allem als ‘Behinderung der Polizeiarbeit’ gesehen.” Zu diesem Fazit kommt das Buch “Feindbild Demonstrant”, herausgegeben vom Republikanischen Anwältinnen- und Anwälteverein, welches die Geschehnisse rund um den G8-Gipfel 2007 in Heiligendamm dokumentiert. Allein die Informationen aus dieser Buchrezension sind schon erschreckend.

Hoffentlich erzählt man uns nicht irgendwann, Demonstration käme vom englischen Wort “demon”…

Category: mind funk | 3 Comments

Koma-Trinken: Merkel appelliert an die Eltern

Wednesday, May 14th, 2008 | Author: Jan Lachnit

Mein Bruder nach dem Komazocken

“Koma-Trinken: Merkel appelliert an die Eltern” durfte ich letztens im Südkurier lesen. Klingt ja schon mal gut. Leider rief unsere gute Bundeskanzlerin nicht, wie ich dachte, die Eltern zum Koma-Trinken auf, sondern beklagte sich darüber, “dass Jugendliche ihre Gesundheit ganz bewusst aufs Spiel setzen, nur weil es gerade ‘in’ ist”. Koma-Trinken ist “in”? Das hat mir die Bildzeitung aber noch nicht verraten! Ich glaube kaum, dass sich überhaupt irgendwer absichtlich ins Koma trinkt. Nach der ersten Alkoholvergiftung werden wohl die meisten ihre Lektion gelernt haben und sich das nächste Mal nur so stark betrinken, wie es jeder andere auch tut.

An sich stimme ich Frau Merkel in ihrem Video-Podcast zum Thema “Alkoholmissbrauch von Jugendlichen” aber zu (auch wenn sie dasteht wie Mr. Burns und redet als sei sie auf ganz anderen Drogen). Ich frage mich nur, was das ganze Gerede bewirken soll: “Wir müssen ganz entschieden - alle in unserer Gesellschaft - dagegen antreten, dass Jugendliche zum Alkoholkonsum verführt werden oder um Stärke zu beweisen, dies übermäßig tun.” Irgendwie müssen Jugendliche aber ihre Stärke beweisen. Da sollten wir lieber froh sein, dass sie es gewaltfrei tun und nicht mit den bösen Killerspielen! Aber mal Spaß bei Seite, irgendwo müssen diese Trends herkommen. Hier wird doch Ursache und Wirkung vertauscht. Dass übermäßiger Alkoholkonsum zur Trendsportart geworden ist, ist die Folge von etwas und nicht die Ursache dafür, dass sich immer mehr Jugendliche nicht mehr mit einem Durchschnittsrausch zufrieden geben. Meiner Meinung nach kann das auch nicht ausschließlich daran liegen, dass wir, laut Suchtmittel.de, in Deutschland europaweit die niedrigsten Alkohol-Preise haben. Ich glaube auch nicht, dass man das “aggressive Marketing der Alkoholindustrie” (ebenfalls laut Suchtmittel.de) dafür verantwortlich machen kann. Die Symbiose von beiden Phänomenen wäre übrigens dann diese gefürchtete Flatrate-Party, auf der man einmal zahlt und dann saufen kann, soviel man will. Einige Politiker riefen vor einiger Zeit allerdings nach einem Verbot selbiger, natürlich mit Erfolg. Seriösere Zeitgenossen wie unsere Bundeskanzlerin dagegen plädieren dafür, dass die aktuellen Gesetze erstmal konsequenter umgesetzt werden sollten. Das klingt doch schon viel sinnvoller, aber auch da bleibt offen, wie das geschehen soll. Wer soll sich denn darum kümmern? Wer kann sich darum kümmern?

Ich erinnere mich noch daran, als ich mit der Einführung des Dosenpfands von Dosenbier auf Vodka umgestiegen bin. Damals war ich sechzehn. Besonders in Erinnerung blieb mir die eine Kassiererin, die es tatsächlich ernst nahm und nach meinem Ausweis fragte. Mit Hilfe eines Taschenrechners subtrahierte sie mein Geburtsjahr vom aktuellen und verkaufte mir daraufhin freundlich, 5 Monate vor meinem 18. Geburtstag im Juli, meine Flasche 5-Euro-Vodka. Vodka - das war zu meiner Zeit die Flatrate-Party. Mal ehrlich, wer sich besaufen will, der schafft das auch. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass da wiedermal nur an den Symptomen herumgedoktert wird und die eigentlichen Gründe unbehandelt bleiben. Warum immer mehr Jugendliche sich wochenends ins Krankenhaus trinken, bleibt doch eigentlich ungefragt. Als Hobbypsychologe behaupte ich jetzt einfach mal, einer der Gründe für die beobachteten Phänomene in unserer aktuellen Jugendkultur ist eine in den letzten Jahren rapide wachsende Perspektivlosigkeit. Deren Ursache liegt vielleicht in unserem Bildungssystem und sicher nicht zuletzt in unserem, subjektiv wahrgenommen, perspektivlosen politischen System. Aber diese Probleme lassen sich leider nicht so einfach aus der Welt schaffen. Da ist es nur natürlich, dass sich unsere Politiker lieber daran versuchen, die Symptome zu verdecken, statt die Ursachen zu beseitigen. Das heißt jedoch, dass es am Ende wieder an uns - also allen in unserer Gesellschaft - liegt, etwas daran zu ändern. Schade eigentlich, denn wenn ich auf sowas Lust hätte, dann wäre ich doch in die Politik gegangen. :D Vielleicht gehe ich mich doch lieber ins Koma saufen oder - viel angenehmer - ins Koma zocken. So hat es jedenfalls mein kleiner Bruder letztes Wochenende getan, bevor er “bewusstlos” auf dem Wohnzimmersofa “zusammenbrach”.
Schlimm sowas… ;)

Category: random jazz | 5 Comments

Methoden der Motivation

Saturday, May 03rd, 2008 | Author: Jan Lachnit

Motivation

Gestern meldete sich Jann bei mir über ICQ. Wir haben zusammen Abi gemacht und während ich nach Magdeburg ging um Computervisualistik zu studieren, entschied er sich nach einer Weile dafür, das gleiche in Koblenz zu studieren. Als wir uns gestern über unser Studium unterhielten, fielen uns einige Gemeinsamkeiten auf. Genau wie ich war er enttäuscht davon, dass hauptsächlich Grundlagen und meistens noch auf einer sehr abstrakten Ebene gelehrt werden. Es fehlte uns an Praxis und Realitätsbezogenheit, Qualität und Aktualität in unserem Studium. Meiner Meinung nach sind es nicht nur die Themen, sondern auch die Professoren, denen dies zuzuschreiben ist. Es sind verkopfte Akademiker, die sich jahrzehntelang mit der Theorie beschäftigt und die Praxis scheinbar schon lange vergessen haben. Natürlich gibt es auch an unserer Uni Ausnahmen, aber das bestätigt, wie man so schön sagt, nur die Regel. Ähnliche Beschwerden habe ich auch von einigen meiner Kommilitonen gehört und ich glaube nicht, dass es sich auf Computervisualistik-Studenten beschränkt. Studieren ist wahrscheinlich im Allgemeinen immer theoretisch, abstrakt und langweilig. Das finde ich persönlich äußerst unschön und demotivierend. Immer wieder frage ich mich dann, ob ich nicht das Studium abbrechen soll und ärgere mich darüber, dass ich schon soviel Zeit investiert habe. Aber ich wollte eben gerne studieren und jetzt im vierten Semester möchte ich auch nicht mehr aufgeben. Es bleibt mir also nichts anderes übrig als mich zum Weiterstudieren zu motivieren. Es gibt viele Methoden sich zu motivieren, jedoch nur wenige die (bei mir) anhaltend wirken. Offensichtlich wirken solche Methoden bei jedem anders, aber nichts desto trotz möchte ich hier mal meine Top 3 Methoden aufzählen:

Platz 3
Hauptsächlich motiviere ich mich zu langweiligen Studium-Aufgaben mit Hilfe meiner Todo-Listen. :D Jede Aufgabe, die ich als erledigt abhaken kann, gibt mir ein bisschen mehr Motivation die nächste Aufgabe anzugehen. Hin und wieder mal führt das bei mir zu erschreckend fleißigen Tagen, an denen ich mehr schaffe als in der kompletten Woche davor. Funktioniert am besten, wenn man früh morgens damit anfängt und sich eine Uhrzeit festlegt, ab der man Feierabend macht. Mit dem Gefühl, an dem Tag so richtig viel geleistet zu haben, zockt es sich am Schönsten. (Leider hab ich auch immer wieder Tage, an denen ich am ersten Punkt schon nicht weiterkomme und dann für den Rest des Tages zu demotiviert bin, um noch etwas Vernünftiges zu machen. Die habe ich aber so oder so…)

Platz 2
Eine besonders angenehme Methode sich für Dinge zu motivieren ist mit Hilfe von Medien möglich. Also indem man motivierende Filme anschaut oder Bücher liest. Ich verwende das immer wieder mal um mich zum regelmäßigen Trainieren zu motivieren. Ein hübscher Kampfkunst-Film reicht meistens für ein paar Wochen. Allerdings gibt es nicht besonders viele Filme und Bücher, die einen zum Studieren motivieren. Auf Anhieb fällt mir dazu nur Randy PauschsLast Lecture” und “Time Management“-Vorlesung ein. (Vielleicht noch Tencious D’s “The Cosmic Shame“, obwohl das manch einen auch dazu motivieren könnte, das Studium abzubrechen. :D)

Platz 1
Als ich mich gestern mit Jann unterhielt, fiel mir noch etwas ein, über das ich mich mit meinen Kommilitonen in Magdeburg auch schon einmal unterhalten hatte. Scheinbar macht man die wirklich interessanten Dinge nämlich immer neben dem Studium. Damit meine ich nicht (nur) Partys, sondern die persönlichen Projekte einiger Studenten. Während ich demotiviert zu Hause sitze und mich frage, ob ich in der Uni überhaupt irgendwas mache, dass mich interessiert oder mir später nutzt, sitzen andere an eigenen Projekten, die nicht nur mit ihrem Studium zu tun haben, sondern zusätzlich auch noch spannend und abwechslungsreich sind. Sie machen ihr Hobby zum Beruf, indem sie sich trotz Studium nebenbei weiterhin selber mit ihren Interessen in dem Bereich beschäftigen. Vielleicht schaffen sie es sogar, die gelernten theoretischen Grundlagen dabei praktisch einzusetzen. Sie suchen sich keine Motivation im Studium selbst, sondern motivieren sich durch ihre eigenen Projekte neben dem Studium. Das ist wahrscheinlich nicht nur der eleganteste, sondern auch der effektivste Weg motiviert zu bleiben. Ich denke, jeder kennt vielleicht ein oder zwei solcher Menschen, die ständig an irgendetwas arbeiten und die scheinbar kaum Probleme mit ihrer Motivation haben. Dieses Semester habe ich das Glück mit ein paar guten Freunden im Rahmen des Studiums an einem selbst gewählten Softwareprojekt zu arbeiten. Schon einige Male fiel uns auf wie motiviert wir nach unseren Meetings waren. Es ist wirklich erstaunlich. Aus dem Grund werde ich jetzt auch versuchen, verstärkt Mind Funk zu produzieren und die Arbeit an meinem Pen&Paper-Rollenspiel wieder aufnehmen.

Motivations-Schwankungen gibt es natürlich immer und es wird sicher auch immer wieder Tage geben, an denen ich darüber nachdenke das Studium abzubrechen. Doch selbst wenn ich mein Studium abbrechen würde, wäre die investierte Zeit so nicht verschwendet gewesen, meine Projekte wären dafür der Beweis.
Im Allgemeinen sollte man seine Studienzeit wahrscheinlich sowieso nicht so ernst nehmen und sie genießen, frei nach dem Hagakure:

Dinge von großer Bedeutung sollten gelassen angegangen werden.
Dinge von geringer Bedeutung sollten ernsthaft angegangen werden.

Category: random jazz | 5 Comments