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Against the Grain

Tuesday, April 29th, 2008 | Author: Luisa Federwisch

Ernte in den Tank

Mehr als 850 Millionen Menschen gehen jeden Tag hungrig schlafen. Rund um die Welt sind die Nahrungsmittelpreise in den letzten Monaten rasant in die Höhe geschnellt und das hat verheerende Folgen: Massenproteste von Mexiko bis nach Indonesien, 2.5 Millionen Afghanen sind vom Hunger bedroht. Das UNO-Welternährungsprogramm (WFP) warnt, dass der steigende Getreidepreis schon jetzt beängstigende Auswirkungen auf die weltweiten Notvorräte für die Ärmsten hat.

Wie antworten die reichen Industriestaaten auf die Katastrophe? Sie verbrennen die Nahrung.

Immer mehr Biotreibstoffe, hergestellt aus Biomasse, werden für Autos oder Heizungen verwendet. Biosprit wird als wichtiges Mittel im Kampf gegen den Klimawandel gehandelt. Doch in Wirklichkeit werden riesige Waldflächen gerodet, um die entsprechenden Pflanzen anzubauen, so dass viele herkömmliche Biotreibstoffe eine negative Klimabilanz aufweisen. Zudem verursacht der Trend zur Erzeugung von Treibstoffen aus Agrarprodukten einen Preisanstieg bei den Lebensmitteln.

Nicht alle Biokraftstoffe weisen eine negative Treibhausgasbilanz auf, doch nur mit internationalen Standards kann sichergestellt werden, dass Ernährungssicherheit und Umweltschutz nicht durch den Biosprit-Boom gefährdet werden. Bei manchen Biotreibstoffen sieht die Bilanz dabei wirklich erschreckend aus. Die Tankfüllung eines Geländewagens mit Ethanol benötigt soviel Mais, um eine Person ein Jahr lang ernähren zu können. Eine bessere Bilanz hat Ethanol aus Zuckerrohr, wie es etwa in Brasilien angebaut wird, und die Verbesserung der Technologie für Kraftstoffe der zweiten Generation, bei deren Herstellung auch Rest- und Abfallstoffe verarbeitet werden, ist bemerkenswert.

Trotz aller Skepsis erhöhen die EU und die USA die Vorgaben für den Anteil von Biokraftstoffen ohne die Spreu vom Weizen zu trennen. (haha, was für ein Wortwitz) Daraus resultieren in Südostasien landwirtschaftliche Monokulturen anstelle von tropischen Regenwäldern, um Palmöl für deutsche Heizkraftwerke herzustellen, und zugleich vermindern sich weltweite Getreidereserven auf ein gefährliches Niveau. Indessen verleihen Biotreibstoffe den westlichen Regierungen ein “grünes” Image, da sie den Anschein erwecken, den Umfang des von unseren Autos freigesetzten Kohlenstoffs (CO2) zu reduzieren.

Daher sind weltweite Nachhaltigkeitsstandards nötig, welche die richtige Pflanze am richtigen Ort fördern und den Handel derer mit einer negativen Energiebilanz unterbinden. Solche Standards werden von verschiedenen Gruppen erarbeitet, doch können sie nur in Kraft treten, wenn die Politik mitmacht.

In diesem Zusammenhang bekommt “against the grain” eine ganz neue Bedeutung…

(Quelle: Avaaz)

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ueber morgen

Friday, April 11th, 2008 | Author: Luisa Federwisch

Filmfestival über morgen

- Utopien, Träume, Weltentwürfe -

Darum geht es bei dem Filmfestival “ueber morgen”, das seit November 2007 bis zum Sommer 2008 in 100 deutschen Städten stattfindet. Es wird veranstaltet von der Gesellschafter-Initiative der Aktion Mensch und zahlreicher Kooperationspartner, wie NGOs und Sozialverbänden. Unter den gezeigten Filmen sind viele kritische Dokumentationen, die sich mit Zukunftsperspektiven, Utopien und Gesellschaftsentwürfen auseinandersetzen.

Vom 10. bis zum 20. April 2008 sind die 13 Filme des Festivals im Zebra-Kino in Konstanz zu sehen.
Und vom 28. April bis zum 09. Mai ist “ueber morgen” auch in Magdeburg zu Gast. Für andere Städte schaut einfach auf der Homepage nach!

Jeder Film hat einen Deutschland-weiten Filmpartner und oft werden die Filme von lokalen Gruppen präsentiert, die die Möglichkeit zu Gesprächen und Diskussionen bieten. So hat Greenpeace die Patenschaft für die Doku “Unser Planet” übernommen, oder der AK Vorratsdatenspeicherung und der Chaos Computer Club für “A Scanner Darkly“.

Die weiteren Filme sind:

Der Duft des Paradieses
Eggesin möglicherweise
Gelée Royale - der Staat bin ich
Hinter dem Zuckervorhang
I broke my Future - Paradies Europa
Jesus Camp
Lip oder die Macht der Phantasie
Menschen, Träume, Taten
Mit 25 geht’s bergab
The Wild Blue Yonder
Verschwörung der Herzen

Infos dazu findet ihr hier.

Ich werde am Sonntag (13.04. - 17.00 Uhr) mit einigen anderen aus unserer Greenpeace-Gruppe auch dabei sein, wenn “Unser Planet” in Konstanz läuft. Und ich werde mir sicher noch einige weitere Filme anschauen. Vielleicht sieht man sich. =)

Category: mind funk | 5 Comments

Bürokratismus und Kapitalismus

Friday, April 11th, 2008 | Author: Luisa Federwisch

Gerade hab ich meinen neuen Personalausweis abgeholt. Den hatte ich extra vor drei Wochen beantragt, da es hieß, es dauert zwei bis drei Wochen, bis man den neuen Ausweis bekommt. Mein alter ist am 09.04. abgelaufen. Und was schreiben die als Datum auf den neuen Ausweis? Den 20. März, den Tag, an dem ich den Antrag gestellt hab. Was hat da bitte noch drei Wochen gedauert?! Nun gilt der neue Ausweis natürlich auch nur bis zum 19.03.2014, wodurch ich dann gezwungen bin, mir noch eher den nächsten zu holen. Und wenn ich da wieder drei Wochen früher auftauchen muss, mach ich ganze sechs Wochen Verlust… Totale Abzocke! Und der Ausweis gehört ja nicht mal mir, sondern ist Eigentum der Bundesrepublik Deutschland.

Das Schlimmste ist ja, dass man gezwungen ist, sich einen neuen Ausweis zu holen, und dafür auch noch bezahlen muss! 8€ hat er gekostet. Wie können die einen dazu zwingen - mit Strafe bei abgelaufenem Ausweis - und auch noch Geld dafür verlangen?! Ich wollte noch zwei Farbkopien des Ausweises, weil ich die für den IELTS-Test brauche. Das hat gleich nochmal 1€ gekostet. Damit kann ich leben, bei uns an der Uni kosten Farbdrucke auch 50 Cent pro Stück. Aber dann brauchte ich auch noch eine Meldebestätigung (Bestätigung, dass ich hier wohne) für meine Eltern. Das ist nur ein Blatt Papier mit einer Unterschrift und einem Stempel. Und dafür durfte ich 5€ bezahlen. Für so ‘nen scheiß Zettel, der in ‘ner halben Minute ausgedruckt, gestempelt und unterschrieben ist. Was kostet da 5€? Und da meinte der Angestellte auf eben diese Frage hin, das sei bei ihnen noch preiswert!

An wen geht überhaupt das ganze Geld? Wen finanziere ich damit? Wahrscheinlich all die Bürokraten, die sich diese Zettel ausdenken und sie entwerfen, die festlegen, was da drauf zu stehen hat und wieviel Gebühren man dafür erheben könnte… Kann man sich nicht dagegen wehren?

Scheiß Bürokraten und Kapitalisten, ey!

Category: random jazz | 13 Comments