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Bestanden!

Sunday, March 30th, 2008 | Author: Luisa Federwisch

Lehrgang mit Meister Asai in Karlsruhe

Dieses Wochenende waren Jan und ich wieder auf einem Aikido-Lehrgang (diesmal größtenteils ohne Stock und Schwert, leider). Solche Lehrgänge gibt es sehr oft - fast jedes Wochenende irgendwo in Deutschland. Sie werden von unserem “Bundestrainer” Katsuaki Asai gegeben. Der wurde übrigens 1965, als er 23 war, aus Japan nach Deutschland geschickt, um hier Aikido zu unterrichten und zu verbreiten. Seitdem ist er hier und hat sein eigenes Dojo in Düsseldorf. Trotz seiner mittlerweile 66 Jahre ist er fitter als manch anderer Aikidoka, und verletzt oder krank ist er sowieso nie… ^^

Dieser Lehrgang in Karlsruhe war ein ziemlich großer. Mit knapp 150 Leuten war die Matte ganz schön voll. Jan und ich waren dieses Jahr zum dritten Mal da. Es gab am Freitag Abend 2 Stunden Training, am Samstag zweimal 2,5 Stunden und am Sonntag vormittag nochmal 2 Stunden. Ich für meinen Teil habe dabei nicht so viel gelernt, nur ein paar Kleinigkeiten bei Techniken, die ich größtenteils schon kannte. Dafür haben wir Muskelkater, blaue Flecken und Mattenbrand davongetragen. Und wir haben beide die Prüfung zum 3. Kyu bestanden! :D

Es war die dritte Aikido-Prüfung, die wir gemacht haben. Man beginnt beim 5. Kyu und steigert sich bis zum 1. Kyu. Danach kommt die Prüfung zum 1. Dan, dann zum 2. Dan etc. und man darf endlich einen Hakama tragen. Es ist also gar nicht mehr so weit bis dahin. ;)
Wir mussten bei der Prüfung verschiedene Techniken (Hebel und Würfe) vorführen. Eigentlich ist es fast wie im normalen Training, wenn man die über 100 zuschauenden Aikidoka und die Prüfer nicht beachtet. Letztere sorgen aber natürlich für eine Menge Nervosität. Ich war vor allem in den Wochen vorher immer mal wieder unsicher und nervös und auch am Freitag Abend, als ich die Techniken nochmal mit Jan durchgegangen bin. Bei der Prüfung selbst (am Samstag Abend) war ich erstaunlicherweiße total ruhig. Keine Ahnung, woran das lag, es hat mich selbst einigermaßen überrascht. Ich wurde aufgerufen, bin nach vorne gegangen, saß ruhig und entspannt im Seiza da, bis die Prüfungen begannen und hab dann einfach die Techniken gemacht, wie immer… Die Prüfung war viel schneller vorbei, als ich erwartet hatte und vor allem war sie angenehm. ^^ Auch Jan’s Prüfung lief ohne größere Probleme, und so haben wir nun beide den 3. Kyu. Damit fühlt man sich gleich um einiges toller. :D

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Staudämme gegen das Volk

Sunday, March 16th, 2008 | Author: Luisa Federwisch

Indian farmer losing her house to the Omkareshwar Reservoir

(Quelle)

In Indien leben ca. 1,1 Milliarden Menschen. 40 Millionen davon sind Staudammflüchtlinge (seit der Unabhängigkeit 1947). Das ist fast die Hälfte der Bevölkerung Deutschlands. Und die Vertreibung dieser Menschen wird u.a. durch deutsche Steuergelder finanziert.

Hauptverantwortlich dafür ist die National Hydroelectric Power Corporation (NHPC), die größte Staudammgesellschaft Indiens. Staudämme sollen die Wasserversorgung sicher stellen, da Wasserknappheit eines der größten Umweltprobleme in Indien ist. Und als Energiekonzern möchte die NHPC natürlich vom Bau neuer Wasserkraftwerke profitieren, die zur Lösung des Energie-Problems in Indien beitragen sollen. So weit, so gut. Doch um ihre Pläne durchzusetzen, ist der NHPC scheinbar jedes Mittel recht.

Ein Beispiel: Für den Bau des Omkareshwar-Staudamms am Fluss Narmada wurden 50.000 Menschen vertrieben. Im August 2003 kamen Vertreter der NHPC mit Polizei und Bulldozern in das kleine Dorf Panthiaji am Ufer der Narmada. Sie teilten den Bewohnern mit, dass sie 12 Stunden Zeit hätten, ihre Häuser zu verlassen. Sie stellten ihnen dafür eine gewisse Entschädigung in Aussicht, unter der Bedingung, dass sie ihre Häuser selbst bis zum nächsten Tag abreißen. Die Menschen weigerten sich anfangs, doch man drohte ihnen, all ihr Hab und Gut zu zerstören, wenn sie nicht “freiwillig” gingen.
Beim Indira-Sagar-Staudamm war es noch schlimmer. Insgesamt 200.000 Menschen sind davon betroffen. 15.000 von ihnen wurden einfach vergessen, als das Staudammbecken geflutet wurde. Sie waren nicht informiert worden, das Wasser kam ohne Vorwarnung und ihre Dörfer versanken in den Fluten.

Die Flutung noch bewohnter Dörfer, Einschüchterung und gewaltsame Vertreibung, die Zerstörung geschützter Naturgebiete - das gehört zur Praxis der NHPC. Der Konzern ignoriert die Vorgaben der indischen Umweltgesetzgebung und schreckt auch vor Menschenrechtsverletzungen nicht zurück. Er kooperiert sogar mit der Militärjunta in Burma, um auch dort Staudammprojekte mit Gewalt gegen die lokale Bevölkerung durchzusetzen.
Die NHPC plant 100 weitere Großstaudämme. Deren Bau soll mit internationalem Kapital ermöglicht werden. Ein wichtiger Partner ist dabei die Asiatische Entwicklungsbank (ADB), zu deren Geldgebern wiederum die deutsche Bundesregierung - durch direkte Zahlungen und Finanzgarantien - gehört.

Was kann man dagegen tun? Es gibt eine Menge Organisationen und Gruppierungen, sowohl in Indien als auch international, die sich gegen diese Staudammprojekte und gegen die Menschenrechtsverletzungen einsetzen. Eine deutsche Organisation, die auch in dieser Sache aktiv ist, ist Urgewald. Informationen, die ich von Urgewald erhalten habe, dienten mir als Grundlage für diesen Text. Weitere Infos gibt es z.B. hier und da.
Für alle, die an den Erfolgen solcher Organisationen und ihrer Proteste zweifeln: Urgewald hat erreicht, dass die Deutsche Bank, Barclays (London) und die Weltbank aus der Finanzierung des Omkareshwar-Staudamms ausstiegen. Dennoch wurde er gebaut, finanziert durch 11 indische Banken. Aber Urgewald setzt sich weiter gegen die Vertreibung der Menschen ein. Und je stärker die Unterstützung solcher Proteste ist, umso größer sind die Chancen auf Erfolg. :D

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Akzeptiere den Schlag

Sunday, March 09th, 2008 | Author: Jan Lachnit

Akzeptiere den Schlag
Das Bild stammt von agelakis

Hallo erstmal zusammen. Vielleicht erinnert ihr euch, einst habe ich versprochen wöchentlich neue Posts zu schreiben. Nun ja, irgendwie funktioniert das momentan nicht. Vielleicht liegt es an der vorlesungsfreien Zeit, an den anderen Projekten, an denen ich arbeite, oder einfach daran, dass ich nicht alleine in Magdeburg sitze, sondern zusammen mit Luisa bin. Also bitte nicht böse sein, man tut eben was man kann. :)

Letztes Wochenende waren Luisa und ich auf einem Aikido “Stock und Schwert”-Lehrgang in Oberhausen. In zwei dreistündigen Trainingseinheiten erklärten uns Meister Asai und Meister Fujimoto die Grundlagen des Schwert- und Stockkampfes im Aikido (Aikiken und Aikijo). Während Asai Sensei, der Vorsitzende unseres Aikido Verbandes (Aikikai Deutschland), mit uns die für Aikikai typischen Bewegungen des Aikijo übte, zeigte uns Fujimoto Sensei seinen Aikiken-Stil, der mehr am traditionellen Kendo orientiert ist. Bei ihm sollten wir auch kräftig zuschlagen lernen. Nach den grundlegenden Bewegungen übten wir in Paaren richtig zu schlagen und zu parieren. Luisa und ich trainierten zusammen. Wir griffen uns abwechselnd mit Kampfschrei (Kiai) an, wehrten den Schlag ab, und führten aus der Verteidigung einen eigenen Schlag (Shomen Uchi) aus, den wir kurz vor dem Kopf des Partners stoppten (meistens :D ).
Obwohl man beim Training weiß, wie der Schlag kommen wird und wie man sich bewegen muss, steht man trotzdem unter Anspannung. Man verkrampft sich unweigerlich, die Bewegungen werden hastig und unsauber. Ein Holzschwert (Bokken) ist eine tödliche Waffe. Das erkannte schon Musashi, Japans größter Schwertmeister, und seinen berühmtesten Kampf focht er mit einem selbstgeschnitzten Bokken.
Nachdem wir eine Weile so trainiert hatten, stoppte uns Fujimoto Sensei, um uns noch ein paar Hinweise zu geben. Er sagte uns, wir müssten den kommenden Schlag aufnehmen. Wir sollten uns dagegen nicht wehren, sondern ihn akzeptieren. Dieser kleine Hinweis führte bei mir zu einer spürbaren Veränderung. Konzentrierte ich mich darauf, den Schlag von Luisa zu akzeptieren, konnte ich ihm viel entspannter entgegentreten und die Techniken fühlten sich natürlicher an. Ich wehrte mich jetzt nicht mehr innerlich gegen den kommenden Schlag, versuchte ihn nicht ungeschehen zu machen, oder fürchtete mich gar vor dem Auftreffen des Bokken. Dadurch, dass ich den Schlag akzeptierte, konnte ich mich freier bewegen und darauf konzentrieren, wie ich reagieren würde.

Ich glaube, hinter Meister Fujimotos Hinweis versteckt sich eine Lebensweisheit. Wenn uns etwas Unangenehmes passiert ist oder unausweichlich bevor steht, wehren wir uns innerlich dagegen. Das hindert uns daran, angemessen zu reagieren. Man sitzt da und fragt sich, warum das gerade jetzt passieren musste, oder fragt sich, womit man das verdient habe. Mutlos gibt man auf und sieht sich als hilfloses Opfer. Akzeptiert man es stattdessen, löst es diese negativen Gedanken und man kann den Geschehnissen aktiv entgegentreten. Es ist als ob man die Augen öffnet, statt sie in Unwillen vor der Realität zu verschließen. Passieren wird es so oder so, aber mit geöffneten Augen sieht man oft Auswege, die man sonst erst im Nachhinein erkennt.

Category: mind funk | 3 Comments