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Eine nette Story, die dann doch keine war

Thursday, January 17th, 2008 | Author: Luisa Federwisch

1959 brauchte das US-Militär
6 Monate und 1,5 Millionen Dollar
um einen Kugelschreiber zu entwickeln,
der auch in der Schwerelosigkeit schreibt.

Die Russen benutzten einfach das hier:
Bleistift

Immerhin gibt es durch dieses Projekt nun den “Fisher Space Pen“. Dank an die NASA. Der funktioniert übrigens mit Gasdruck, während normale Kugelschreiber, Füller und Filzstifte nur schreiben, weil durch die Erdanziehung die Tinte in der Patrone nach unten gezogen wird.

Ich hatte das vor ein paar Tagen an der Uni gelesen, und man findet diese Information auch so im Internet. Da hier auf mind-funk.de aber nichts unüberprüft bleibt, musste ich feststellen, dass diese schöne Geschichte leider nicht ganz stimmt. Auf Wikipedia fand ich unter “Kugelschreiber” folgende Information:

Als eine moderne Sage gilt, dass die NASA für eine Million Dollar einen speziellen Kugelschreiber entwickeln ließ, der auch im Weltall unter den Bedingungen der Schwerelosigkeit zuverlässig funktioniert, während die Sowjetunion der Einfachheit halber einen Bleistift benutzte.
Vielmehr entwickelte der Amerikaner Paul Fisher bereits 1965 den Fisher
Space Pen, jedoch ohne den Auftrag der NASA. Fishers Kugelschreibermine besteht bis auf die Tinte komplett aus Metall und hält problemlos Temperaturen bis 120 °C aus, ohne Schaden zu nehmen. Die Mine in handelsüblicher Größe ist als ein versiegelter Druckbehälter ausgeführt, in dessen Innern ein kleiner Metallzylinder auf die Spezialtinte drückt, die auch auf glatten Oberflächen – wie Plastik oder Glas – und mit nach oben gerichteter Schreibspitze (selbst unter Wasser) schreiben kann. Sogar bei -45 °C und einem Luftdruck wie in ca. 4000 m Höhe ist die Mine noch schreibfähig.
Die NASA befand den Stift für tauglich und setzt ihn seit 1968 bei jeder bemannten Mission in den Weltraum ein. Sie kaufte zunächst 400 Stifte und zahlte für jeden einzelnen einen Preis von 2,95 US-Dollar. Die Entwicklungskosten trug Fisher alleine. In den Souvenir-Shops der NASA wird dieser Stift mit entsprechendem Logo-Aufdruck gern als Mitbringsel erstanden.

Inwiefern Wikipedia hunderprozentig glaubwürdig ist, kann man zwar auch in Frage stellen, doch es scheint mir in diesem Fall die objektivste Quelle. So haben wir wieder mal ein großes Missverständnis aufgeklärt. Hier noch ein paar Infos zum guten alten Bleistift und ein bisschen Musik. :)

Category: random jazz | 2 Comments