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Letzter Post 2007

Sunday, December 30th, 2007 | Author: Jan Lachnit

Das ist er also, der (erste) letzte Post des Jahres. Zeit um eine weitere Tradition auf mind-funk.de einzuführen. Es soll aber weder ein jährlicher Rückblick noch eine Zukunftsprognose werden. Von denen werden zum Jahresende auch ohne meinen Beitrag genug geschrieben. Bleiben wir lieber in der Gegenwart und schauen, wie sich die Themen, über welche mind-funk.de im Jahr 2007 berichtet hat, entwickelt haben. Zuerst möchte ich mich aber über Silvester aufregen :D

Silvester
Silvester, das ist die alljährliche Kakophonie von Saufliedern, Böllern und guten Vorsätzen. Über die Folgen von Alkoholkonsum wird sich schon genug beschwert. Wer sich trotzdem dafür interessiert, soll sich einfach mal nüchtern auf der nächsten Party umsehen.
Also gehen wir über zu Böller, Knaller, Rakete und Co. Abgesehen von Lärm und Treibhausgasen (~2.300t CO2) produzieren Silvesterknaller eine nicht unerhebliche Menge an Feinstaub. Letztes Jahr wurden an Silvester 4000 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter gemessen. Das ist das Hundertfache des Durchschnittswertes. Aber Feinstaub ist momentan out, trotz 310.000 toten Europäern pro Jahr. Interessiert keine Sau mehr. Obwohl es so schön in jede Kneipenrede passen würde: “Heute, ne? Heute is ja sogar scho ’s Schnaufn ung’sund! Un da soll ich noch druff achte, was meine Fürz an Methan ausstoße? Eine Scheiße, hier! Das sach ich euch, geht eh alles de’ Bach runner… froh’s Neues!”

Weniger gefährlich, aber umso nerviger sind gute Vorsätze fürs neue Jahr. Wenn ich dieses mal wieder gefragt werde, was ich mir für das kommende Jahr vornehme, werde ich antworten, dass ich mir vorgenommen habe, so einen Quatsch nicht nochmal mit zu machen. Sich gute Vorsätze an Silvester vorzunehmen ist sowieso Schwachsinn. Die Meisten betrinken sich doch an Silvester ohnehin derart, dass alle guten Vorsätze am nächsten Morgen bereits wieder vergessen sind. Außerdem kann jemand, der das ganze Jahr über nicht die Kraft aufbringt sich zu ändern, nicht erwarten, dass es zum nächsten Jahr einfacher wird. Da kann man mir noch so oft sagen, dass mit dem neuen Jahr ein neuer Anfang gemacht wird oder, dass jede Reise mit dem ersten Schritt beginnt. Ein guter Vorsatz ist kein erster Schritt, ein guter Vorsatz ist gar nichts. Wer die Willenskraft besitzt sich zu ändern, der braucht keine Vorsätze, der macht es einfach. Vorsätze sind, dank unserer Wenigstens-hast-du-es-versucht-Mentalität, nur eine willkommene Ausrede für späteres Scheitern. “Hey, du rauchst wieder? Ich dachte du hättest aufgehört. Ach naja, mach dir nichts draus, wenigstens hast du es versucht. Vielleicht klappt es ja nächstes Jahr.” Haha, ja viel Spaß. An Silvester lecker Feinstaub einatmen und dann ein paar Stunden später den ach-so-guten Vorsatz brechen und wieder eine Kippe rauchen. Trotzdem braucht man keine Angst zu haben, denn auch der stärkste Raucher schafft es irgendwann aufzuhören. Das kann er sich dann auch stolz in den Grabstein meißeln lassen: “Hab doch gesagt, ich kann jederzeit aufhören.”
In diesem Sinne “Frohes Neues!” und weiter zu dem eigentlich interessanten Teil…



Produktiv durch Frühaufstehen (zum Post)
Ich hab gerade eben erst eine Seite gefunden, die sich genau mit diesem Thema befasst. Für alle, die früh aufstehen wollen und bei denen es, wie bei mir, immer noch nicht klappt:

“This is a blog-type site focused on number one self-improvement and productivity habit - early rising. Any person who is interested in personal development and who sets serious goals in his/her life turns to rising early, sooner or later.” - howtowakeupearly.com



Der Schwarm: Rise of the slime (Zum Post)
Vor ein paar Wochen konnte man folgendes in den Nachrichten lesen:

“Sieben Stunden lang haben Millionen Quallen die Lachskäfige einer Fima in der irischen See angegriffen - und 100.000 Tiere getötet. Der Betrieb steht vor dem Aus.” - taz.de

Was sagt man dazu… Ob der Schwarm irgendwann mal wie “1984″ von Orwell zur tragisch guten Zukunftsprognose wird? Wir wollen es nicht hoffen.



64bit: Krieg der Betriebssysteme (Zum Post)
Jetzt wird sich zeigen, ob 2008 wirklich das Jahr wird, in dem sich alles ändert (und Linux siegt) :D Windows hat zumindest einen weiteren Rückschlag erleiden müssen:

“Im September 2007 wurde der Einspruch von Microsoft gegen das EU-Kartellverfahren durch den Europäischen Gerichtshof zurückgewiesen. Infolge dessen akzeptierte Microsoft die Verpflichtung, Informationen zur Interoperabilität mit seinem Betriebssystem unter bestimmten Bedingungen weiterzugeben. Das trägt nun erste Früchte. Die Protocol Freedom Information Foundation (PFIF) hat um Zugang zu den Informationen rund um Samba gebeten.” - netzpolitik.org

Go Linux!



10 Gründe diesen Tag zu leben, als sei es der letzte (Zum Post)
Auch Stephen Hawking sagt uns den Weltuntergang voraus.

“Ein weiteres Jahrtausend wird die Menschheit nicht überleben. Das jedenfalls ist die Prognose des Astrophysikers Stephen Hawking. Ein Unfall oder die Erwärmung der Erde würden das Leben auf der Erde vorher auslöschen.” - das-weisse-pferd.com

Auf der Seite findet man im Übrigen auch viele weitere tolle Horrorszenarien. Ein kurzer Blick, bevor alles zu spät ist, lohnt sich :D



Vorratsdatenspeicherung und nun? (Zum Post)
Tja, es ist also geschehen. Erst wurde sie beschlossen, jetzt wurde sie auch noch vom Bundespräsidenten unterschrieben und tritt somit 2008 tatsächlich in Kraft. Dazu kommt ja auch noch der neue Reisepass und… Ach verdammt. Die “1984″-Anspielung habe ich oben schon verbraucht.

“Die Sammelklage des AK Vorrat mit einem Eilantrag, das Gesetz auszusetzen, wird am 31.12. per Kurier nach Karlsruhe zum Verfassungsgericht gehen. Zusätzlich werden gerade in einigen Städten Protestaktionen geplant: In Hamburg am 31.12., in München am 6.1., und in Berlin schauen wir gerade, ob wir vom CCC-Kongress aus eine kleine Spontandemo oder sowas machen können.” - netzpolitik.org

Da haben wir den Salat. 2008, das Jahr in dem sich Identitätsbetrug auch in Deutschland endlich lohnt. Darüber habe ich nämlich auch einen interessanten Artikel gefunden. Außerdem gibt es dann wohl bald noch mehr Leute die, wie z.B. Heike Schrader, lustige Geschichten über “Missverständnisse” mit dem Staatsschutz berichten können. Und wenn wir grad beim Thema sind: Über den Umgang mit dem neuen Reisepass gibt es bei taz.de ein nettes Interview mit Frank Rosengart vom CCC.



8. Dezember 2007: Globaler Klimaschutz-Aktionstag (Zum Post)
Ich persönlich würde sagen, dass die Klimakonferenz in Bali gescheitert ist, denn wiedermal wurde nichts Konkretes erreicht.

“187 Länder hatten auf der Konferenz das Mandat für Verhandlungen für einen neuen Weltklimavertrag erteilt. Das Nachfolgeabkommen zum Kyoto-Protokoll soll bis Ende 2009 unter Dach und Fach sein. Konkrete Ziele für die Minderung der Treibhausgase wurden vor allem auf Drängen der USA nicht festgelegt. Sie sind nur indirekt durch eine Fußnote erwähnt, die auf die Berichte des Weltklimarats verweist.” - zeit.de

Obwohl die “Ergebnisse” der Konferenz in den Medien überwiegend kritisch gesehen werden, spricht Merkel trotzdem von einem “großen Erfolg”. Was diese Frau in Sachen Klimaschutz so von sich gibt, kann man allerdings sowieso nicht mehr ernst nehmen. Apropos Klimaschutz: Es gibt schon die ersten “Klimaflüchtlinge”. Die kommen unter anderem aus Tuvalu, denn die hübsche, kleine Insel wird dank globaler Erwärmung bald im Meer versinken.



Die letzten Worte
So, das war es auch schon für dieses Jahr. Ich hoffe es hat euch gefallen und ihr schaltet auch nächstes Mal wieder ein. Wer jetzt aber immer noch nicht genug gelesen hat oder nichts von dem für lesenswert hält, der lese doch bitte folgende erstklassige “Kurzgeschichte des Menschen” von Dieter Tomä. Ansonsten wünsche ich noch einen entspannten Übergang ins neue Jahr.
Man liest sich ;)

Category: random jazz | 2 Comments

Neulich in Brandenburg…

Tuesday, December 25th, 2007 | Author: Luisa Federwisch

Luisa beim Abendessen (Gesichter der Polizisten sind unkenntlich gemacht)

Jan:
An einem schönen Sommertag im August fuhren wir nach Berlin, um den Raphi zu besuchen. Oder so…
Am Berliner Hauptbahnhof angekommen rief ich Raphsen an, der als exorbitant wichtige Person der eSports-Welt natürlich nur in der Hauptstadt selber angemessen wohnen kann. Leider unterschätzte ich seine Wichtigness, denn er war natürlich nicht zu Hause, sondern in Leipzig. Wie sollte die Games Convention auch ohne Herrn Raphsen persönlich stattfinden?

Luisa:
Also beschlossen wir kurzfristig und spontan, weiter nach Meseberg zu fahren, da wir von dem dortigen Politikertreffen erfahren hatten. Wir dachten uns, da gibt es sicher gutes Essen und warme Betten, also nix wie hin. Das Treffen war eine Kabinettsklausur der Bundesregierung, bei dem unter anderem das “Klimapaket” beschlossen werden sollte, das Anfang Dezember verabschiedet wurde. Klimaschutz ist wichtig und deshalb sollte Frau Dr. rer. nat. Angela Dorothea Merkel ihren Versprechungen auch konkrete Maßnahmen folgen lassen. Zum Beispiel durch eine Reduktion der Treibhausgasemissionen um 40% bis 2020 gegenüber 1990. Wie jedoch allgemein bekannt ist, sind unsere Politiker eher träge, was Taten angeht. Sie brauchen hin und wieder einen kleinen Stoß in die richtige Richtung. Das wollten wir übernehmen. :D

Wie das so ist bei solchen Konferenzen, fand auch diese in einem abgelegenen Schloss (Meseberg) irgendwo in der Pampa statt. Um von Berlin aus dorthin zu kommen, kaperten wir zusammen mit einigen anderen Leuten aus halb Europa, die zufällig die gleiche Idee hatten, einen Reisebus. Zusätzlich schlossen sich noch ein paar Leute mit Sprintern an. Wir fuhren also fröhlich durch Dörfer, Wiesen und Felder bis kurz vor Meseberg. Gerade waren wir in die Straße zum Schloss eingebogen, da wurden wir auch schon von der Polizei begrüßt. Ein Polizeiwagen stand extra für uns quer auf der Straße, ein paar weitere am Rand, und wir wurden auf ein Gelände neben der Straße gewunken, wo wir anhielten. Die Polizisten kamen gleich zu uns, um zu fragen, wo wir denn hin wollten und was wir vorhätten. Während sie mit dem Busfahrer und ein paar anderen Leuten sprachen, durften wir den Bus erstmal nicht verlassen. Sie müssen wirklich sehr neugierig gewesen sein und hatten wohl sonst nix zu tun, denn es wurden immer mehr, sowohl Streifen- als auch Bereitschaftspolizei - bestimmt 30 Mann. Aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen durften wir nicht weiter zum Schloss fahren, sondern sollten nach Berlin zurückkehren. Vorher wurden aber noch unsere Personalien überprüft. Da das echt ewig dauerte, wurde uns nun freundlicherweise erlaubt, den Bus zu verlassen, allerdings nicht mehr als vier Personen auf einmal. Nach und nach stiegen aber trotzdem immer mehr Leute aus, bis die meisten von uns draußen herum standen oder sich auf der Wiese amüsierten. Das schien den Polizisten aber recht egal zu sein und außerdem waren wir mehr als sie. ;P Etwa eine Stunde später hieß es dann wieder einsteigen. Wir wollten gerade losfahren, da wurden nochmal zwei Leute aus ihren Autos gebeten, die bei den Polizisten bleiben durften. Wie wir später erfuhren, wurden sie ohne Grund festgenommen und zeigten die Polizei daraufhin wegen Freiheitsberaubung an.

So fuhren wir schließlich los - und da uns die netten Polizisten so ins Herz geschlossen hatten, kamen sie gleich mit. Jeweils zwei oder drei Polizeiwagen fuhren hinter uns und vor uns her. Sämtliche Autos, die unserem Konvoi auf der Landstraße entgegen kamen, fuhren sogleich ehrfürchtig an den Rand und hielten an, bis wir vorüber waren. In den Dörfern wurden die Kreuzungen für uns abgesperrt und Ampeln brauchten wir auch nicht zu beachten. So einen Luxus bekommt man nicht alle Tage und wir erregten dementsprechend Aufmerksamkeit. Als wir schließlich auf die Autobahn Richtung Berlin fuhren, beanspruchten wir auch diese ganz für uns. Wir schlichen mit maximal 40 km/h dahin, und konnten die wunderbare Landschaft genießen bzw. über das Lichtermeer hinter uns staunen, denn keiner durfte uns überholen. Irgendwann waren soweit man sehen konnte Autos hinter uns, bestimmt mehrere Kilometer. Die haben sich sicher genauso über diese gelungene Aktion gefreut, wie wir.

Viel zu früh kamen wir auf einer “Schwerlast-Übergabestelle” an der Autobahn kurz vor Berlin an. Dort wurden wir auch schon von der Berliner Polizei erwartet, die trotz der späten Stunde extra für uns sehr zahlreich erschienen war. Auf dem Bild oben sieht man einen kleinen Teil von ihnen. Wir machten dort eine halbe Stunde Pause von der anstrengenden Fahrt und aßen unsere letzten Brote. Irgendwann wurde uns dann mitgeteilt, dass die Übergabe-Prozedur nun beendet sei und wir weiter nach Berlin fahren könnten. Dabei wurden wir von der Berliner Polizei begleitet, allerdings erstmal unauffällig, sodass wir sie erst in der Stadt hinter uns bemerkten. Die Polizisten wollten auch den ganzen Abend nicht mehr von unserer Seite weichen. Sie parkten ihr Auto gegenüber unserer Residenz und beobachteten, was wir noch so unternehmen würden und ob sie uns wohl noch irgendwohin begleiten dürften. Als wir zu einem nahe gelegenen Italiener zum Essen gingen, folgten sie uns und standen die ganze Zeit mit ihrem Auto auf der anderen Straßenseite, während wir Pizza und Pasta aßen.

Jan:
Als wir uns friedlich und fröhlich an unserem warmen Essen labten, stellte irgendwer fest, dass die Sprinter in Meseberg vergessen worden waren. Wie die das angestellt haben, weiß ich bis heute nicht. Jedenfalls war es bereits nach 0:00 Uhr und nicht wenige hatten schon mehr als ein Bierchen getrunken. Sozial wie ich bin, habe ich mich also gemeldet, zusammen mit sieben weiteren Fahrern wieder nach Meseberg zu fahren und die Sprinter kurz zu holen. Wobei “kurz” nicht ganz das richtige Wort ist. Allein die Hinfahrt dauerte ein oder zwei Stunden. Als wir die Landesgrenze Brandenburgs überquert hatten, hielten wir erstmal in der Nähe einer Raststätte um uns zu orientieren. Auf selbiger standen zwei Autos sich gegenüber und dazwischen etwa fünf Menschen, die sich aufgeregt unterhielten. Ich dachte mir gerade, dass ich die Gesichter doch heute schon einmal gesehen habe, als wie aus dem Nichts ein Kastenwagen der Polizei erschien. Wenn ich mich recht erinnere, waren es vier Beamte und zwei Beamtinnen, die ausstiegen und uns quasi umstellten. Mit Taschenlampen bewaffnet geboten sie uns auszusteigen. Als gesetzestreue Bürger kamen wir dieser Aufforderung natürlich nach und durften auch gleich wieder den Beamten unsere Ausweise geben. Es sei eine “Routinekontrolle”, antwortete man uns auf die Frage, warum sie gerade uns mitten in der Nacht und ausgerechnet hier kontrollierten. Unter den Beamten, die unsere Personalien prüften, fiel mir einer besonders auf. Auf unbestimmte Weise erinnerte er mich an Vin Diesel. Von den zahllosen Polizisten, die ich in diesen Tagen gesehen habe, war er der einzige, der wirklich unfreundlich war. Während seine Kollegen fast ebenso verwundert wie wir herumstanden, versuchte Vin Diesel uns bereits zu verhören. Es dauerte etwa eine halbe Stunde bis unsere Personalien geprüft worden waren. Als der Beamte mit ihnen zurück kam, erklärte er uns, dass wir am Tag vorher einen “mündlichen Verweis für Brandenburg” erhalten hätten. Das hieß, wir und alle anderen, die am Tag davor in Meseberg kontrolliert worden waren, hatten praktisch 48 Stunden Hausverbot für das gesamte Bundesland. Nur hatte uns das keiner gesagt.

Nichts desto trotz ging es, nachdem ein weiteres Polizeifahrzeug zur Unterstützung erschienen war, im Konvoi zur nächsten Polizeiwache. Das dauerte keine 2 Minuten. Wir hatten quasi direkt vor der Wache halt gemacht. Drinnen wurden wir in Zweier-Gruppen aufgeteilt und getrennt in Büros von jeweils zwei Beamten gebracht. Florian, unseren Jüngsten (gerade 18 Jahre alt), nahm sich Vin Diesel alleine vor. Ich wurde im Nachbarbüro untergebracht zusammen mit einem Typ, der scheinbar mehr Erfahrung mit der Polizei hatte. Zumindest betonte er mehrere Male, dass ich einfach nichts sagen sollte. Natürlich habe ich diesen Rat nicht allzu genau befolgt und mich lieber mit den Polizisten unterhalten, über Nebensächlichkeiten jedenfalls. Wenn ich schon mal auf einer Polizeiwache war, dann konnte ich doch auch gleich ein bisschen mehr über die Vorgehensweisen der Polizei erfahren. Die beiden netten Herren verwechselten meine Gesprächigkeit jedoch mit der Bereitschaft irgendwelche Geständnisse zu machen, genauso wie mein Kollege neben mir. Er beugte sich immer wieder vor, um mich flüsternd zu ermahnen oder stieß mich unauffällig mit dem Fuß. Als die Polizisten dann nicht mehr auf meine Fragen antworten wollten und stattdessen selber zu fragen begannen, erschien es mir auch klüger zu schweigen. Also saßen wir schweigend im Büro, bis die Beamten gesagt bekamen, was mit uns zu tun sei. Im Nachbarbüro sah es allerdings ganz anders aus. Da die Türen alle offen standen hörten wir, wie Vin Diesel begann Florian zu verhören. Immer wieder stellte er ihm dieselben Fragen und weil er keine Antwort bekam, wurde er immer lauter. Nach fast einer Stunde hatte er unseren jungen Kollegen dazu gebracht einen Drogentest zu machen und sich auszuziehen. Als Dankeschön für seine Kooperation bekam er nur ein “So siehst du ja aus wie ein Mädchen” zu hören, nachdem er seine Haare aufgemacht hatte. Jaja, die Polizei, dein Freund und Helfer.

Ungefähr eine Stunde später durften wir wieder gehen. Da wir offensichtlich nicht über unser “mündliches Hausverbot” aufgeklärt worden waren, konnte man uns auch nicht wegen eines Verstoßes dagegen belangen. Das wurde dann vor Ort nachgeholt. Wir mussten Brandenburg verlassen und uns wurde versichert, sollten wir in den nächsten 48 Stunden noch einmal hier auftauchen, würde man uns in Gewahrsam nehmen. Einen kleinen Haken gab es jedoch. Zwar durften wir die Sprinter abholen, aber wir sollten nach Hamburg fahren und nicht nach Berlin. Wie ihr vielleicht wisst, liegt Berlin mitten in Brandenburg. Wir erklärten den Polizisten, dass wir nach Berlin mussten, aber sie ließen sich auf keine Diskussion ein. Wir “einigten” uns darauf, erstmal in Richtung Hamburg zu fahren, dort standen sowieso zwei unserer Sprinter an einer Raststätte. Von dort aus wollten wir dann weiter nach Berlin. Zur Sicherheit sprachen wir unseren Weg mit den Beamten ab und zeigten ihn auf unserer Karte (auf der die Landesgrenzen natürlich nicht eingezeichnet waren). Niemand hatte Lust noch mehr Zeit zu verschwenden.

Nachdem alles geregelt war, ging es wiedermal im Polizeikonvoi los. Die ersten beiden Sprinter standen nicht weit entfernt, jeweils zwei Fahrer waren pro Wagen eingeplant. Ich nahm zusammen mit Florian einen er weißen Kleinbusse, war aber zu nervös um zwischen den beiden Polizeikastenwägen zu fahren. Florian schien das nicht zu stören. Er erzählte mir, dass er schon oft Drogentests gemacht hatte, weil es so einfacher war, die Polizisten zu überzeugen, dass er keine Drogen nahm. Obwohl er wirklich schon so aussah, mit seinen langen Haaren und alternativen Klamotten, hatte er wahrscheinlich noch nicht einmal Drogen gesehen. Einige Zeit später erreichten wir die anderen beiden Kleinbusse. Florian und ich wechselten bei der Gelegenheit das Steuer, denn ich wollte doch einmal im Polizeikonvoi fahren. Die Polizei wollte uns nur noch ein Stückchen weiter folgen, also fragten wir sie nochmal, ob es auch ok sei, von hier aus nach Berlin zu fahren und verabschiedeten uns von ihnen. Alles schien geklärt und so fuhren wir erschöpft, doch erleichtert weiter. An der Abfahrt nach Berlin trennten wir uns von einem der Sprinter, der tatsächlich nach Hamburg weiter musste und machten uns auf den Weg zurück. Weit kamen wir allerdings nicht. Keine Stunde später näherte sich uns auf der Autobahn wiedermal ein Kastenwagen der Polizei mit Blaulicht. Auch dieses mal kamen sie wegen uns, allerdings nicht um uns nach Berlin zu begleiten. Es war wiedermal die Bereitschaftspolizei von Brandenburg, die uns auch schon vorher gefunden hatten. Sie brachten uns zu einer Raststätte und ließen uns aussteigen. Es war 5:23Uhr.

Diesmal waren sie doch ein wenig schlecht gelaunt. Vin Diesel stand vor mir, als ich die Tür öffnete und bei stürmischem Regen, der mittlerweile ausgebrochen war, ausstieg. “Wissen sie, wo sie hier sind?!”, schnautzte er mich an. Natürlich hatte ich keine Ahnung, wo ich war, schließlich war ich nur den beiden vor uns hinterher gefahren. Leider gefiel ihm die Antwort nicht, worauf er mir die Frage noch ein paar mal lauter stellte. Das half mir allerdings auch nicht, obwohl ich schon so eine Ahnung hatte, wo wir wahrscheinlich gerade wieder waren. Nachdem wir eine gute halbe Stunde im Regen standen, wurden wir abtransportiert. Die Sprinter blieben diesmal, wo sie waren, und wir wurden in Kastenwägen gesteckt. Vier von uns hatten das “Vergnügen” in einem extra zum Abtransport gebauten Polizeibus in fensterlosen, klaustrophobischen Einzelkabinen fahren zu dürfen. Ich durfte dagegen mit sechs Polizisten im Kastenwagen fahren, gesteuert von Vin Diesel. Nachdem ich ein paar Worte mit den Beamten gewechselt hatte, wurden diese auch gleich von ihm ermahnt, dass mit mir kein Gespräch geführt werden durfte. Der alte Spielverderber. Man brachte uns in irgendein Polizeirevier, wo wir sofort getrennt in Ausnüchterungszellen gesteckt wurden. Wie lange oder warum, wurde uns nicht gesagt. Wertsachen, Gürtel, Schuhe, etc. wurden uns natürlich vorher abgenommen, sodass ich ständig aufpassen musste, dass ich nicht meine Hose verlor. Die Zellen waren gefliest, hatten eine Plastikmatratze und wurden von einem großen Licht erhellt. Außerdem gab es einen Knopf um sich bemerkbar zu machen, wenn man aufs Klo wollte oder Ähnliches. Betätigte man ihn, erklang ein Alarmsignal, das laut und nervtötend fiepte, bis sich die Aufseher bequemt hatten, es auszustellen und zu einem zu kommen.

Sieben Stunden verbachten wir in den Zellen. Die Meisten schliefen, ich dagegen war optimistisch genug um die ersten paar Stunden auf unsere Freilassung zu warten. Die Zeit vertrieb ich mir mit Meditieren und Aikidoübungen. Doch irgendwann gab ich die Hoffnung auf, schnell wieder nach Berlin zu kommen und versuchte ein wenig zu schlafen. Das war nicht einfach. Zunächst einmal brennt die ganze Zeit das Licht (bis es hell wurde…), dann ist es nicht annähernd gemütlich und zusätzlich waren meine Sachen auch noch feucht. Hatte ich es mir aber gerade eine Weile gemütlich gemacht und war am Einschlafen, kam wiedermal die stündliche Kontrolle. Als ich noch wach war, begnügten sie sich damit, durch das Guckloch in der schweren Metalltür zu schauen, lag ich aber regungslos schlafend auf der Matratze, rüttelten sie an der Tür, bis ich wieder irgendein Lebenszeichen von mir gab. Nach vier Stunden gab es “Verpflegung”: Zwei Brötchenhälften mit Schinken und Salami und eine 0,3l-Flasche Mineralwasser. Wasser konnten wir so viel wir wollten “nachbestellen”, das Brötchen jedoch hatte meinen Hunger erst richtig geweckt. Also beschäftigte ich die Beamten mit Wasserbestellungen und dementsprechend häufigen Klogängen. Das Klo war übrigens auch sehr interessant. Auch da war alles gefliest und glücklicherweise ziemlich sauber, schließlich hatte ich keine Schuhe mehr. Es gab außer Klo und Waschbecken ein Pissoir, so ein Ding um sich den Arsch abzuspülen, eine Dusche und ein seltsames Konstrukt mit Haltegriffen, um sich übergeben zu können. Alles im gleichen Edelstahl-Look gehalten und aus einem Stück gemacht. Das ganze machte einen so unerwartet futuristischen Eindruck, dass ich mich unvermittelt nach den “drei Muscheln” umsehen musste. :D

Als wir wieder gehen durften, war es bereits nach 13:00 Uhr. Einzeln wurden wir zunächst aus den Ausnüchterungszellen heraus gelassen und in eine Art Besprechungsraum gebracht. In dem mit Postern von Tierbabies geschmückten Raum bekamen wir unsere Sachen wieder und unterschrieben Formulare, mit denen wir bestätigten, dass wir alles zurück bekommen hatten. Alle waren gut gelaunt jetzt ENDLICH nach Berlin zu dürfen, auch wenn einige noch ein bisschen müde wirkten. Nur Florian hatte es geschafft die komplette Zeit wie ein Stein zu schlafen. Nachdem die Formalitäten geregelt waren, wurden wir wieder zu unseren Fahrzeugen gebracht und bekamen diesmal die offizielle Erlaubnis nach Berlin zu fahren.

Luisa:
Während Jan’s Odyssee hatte ich eine eher ruhige Nacht in Berlin. Ich wachte nur ein paar mal auf und fragte mich, warum Jan immer noch nicht zurück war. Irgendwann fiel mir auch auf, dass es heller wurde, aber da ich sowieso nichts tun konnte, schlief ich erstmal weiter. Als Jan am Morgen immer noch weg war, machte ich mir schon einige Sorgen. Ich erfuhr dann recht bald, dass die Leute, die die Sprinter holen wollten, in der Nacht festgenommen worden waren. Allerdings konnte mir niemand genauere Infos darüber geben. Später hieß es, sie wären wieder freigelassen, aber noch ein zweites Mal festgenommen worden. Doch es wusste auch keiner, wo sie waren und wann sie wieder zu uns kommen könnten. Überhaupt wusste niemand irgendwas…. Wir hatten keine Ahnung, was wir an dem Tag noch tun würden. Also gab es erstmal Frühstück. Wir warteten eigentlich den ganzen Vormittag auf das, was noch so kommen würde. Es wurden viele Telefonate mit der Polizei geführt und mehrmals irgendwelche Informationen verbreitet, die dann wieder zurückgenommen wurden, bis wir schließlich die Genehmigung bekamen, doch noch etwas auf die Beine (bzw. auf die Tische) zu stellen. :D

Etwa gegen 14.00 Uhr liefen wir also los zum Kapelleufer in der Nähe des Kanzleramtes. Auch dies geschah nicht ohne Anwesenheit der Polizei. Sie sperrten wieder Straßen für uns und beobachteten genau, was wir taten. Kurz nachdem wir am Kapelleufer angekommen waren, gab es noch eine besondere Überraschung: die “Gefangenen” kehrten zurück! Sie kamen direkt zu uns und ich freute mich riesig Jan wiederzusehen. Gleich darauf fingen wir auch mit dem Aufbau an: Wir stellten eine lange Reihe Tische auf, auf denen wir mit ca. 80cm hohen Eisbuchstaben den Satz “Klimaschutz kennt keine Kompromisse” bildeten. Diesmal lief alles reibungslos ab. Das Ganze war natürlich nicht annähernd so spektakulär, wie es in Meseberg hätte sein können, aber wir erregten immerhin ein wenig Aufmerksamkeit bei Presse und Passanten. So konnte Angela davon leider nur in der Zeitung lesen und entsprechend (ungenügend) viel das Klimapaket auch aus. Schade eigentlich, wo wir uns doch so viel Mühe gegeben haben… :P

Category: random jazz | One Comment

Meditation: Einfach mal nicht denken

Sunday, December 16th, 2007 | Author: Jan Lachnit

Fotographiert von Luisa

Heute möchte ich mal über ein etwas anderes Thema schreiben. Aber keine Angst, es geht nicht um Selbstfindung oder Erleuchtung. Unter diesen Begriffen versteht sowieso jeder etwas anderes. Wovon ich euch erzählen möchte ist die Kunst, den eigenen Verstand zum Schweigen zu bringen. Natürlich ohne die Verwendung von Drogen und ohne auch nur ein einziges mal “Ommm” zu summen, auch wenn das manchmal hilft. ;)

Von Reizüberflutung und Zwangsdenken
Die Wissenschaft kennt unzählige, gute Gründe zu meditieren, trotzdem ist Meditation für viele immer noch nur Esoterik. Dabei könnte die hochtechnisierte Informations- und Mediengesellschaft, in der wir heute leben, Meditation wirklich gut gebrauchen. Den ganzen Tag über werden wir von Sinnesreizen überschüttet, gleichzeitig ist die Arbeit, die wir heutzutage verrichten, selten nur rein körperlicher Natur. Wir arbeiten hauptsächlich mit unserem Verstand. Umso erstaunlicher, dass wir nach einem harten Arbeitstag noch den Fernseher anschalten, im Internet surfen oder gar ein Buch lesen. Nach einem Marathon hat man doch auch keine Lust mehr auf einen Spaziergang. Unser Verstand läuft praktisch die volle Wachzeit über (egal wie niveaulos die TV-Sendung auch sein mag).
“Warum auch nicht?”, könnte man sich jetzt fragen, “Der Verstand ist doch zum Denken da.” Ich fürchte, weil wir so die Kontrolle über unseren Verstand verlieren. Was ich meine wird einem bewusst, wenn man mal versucht eine Weile an nichts zu denken, bzw. nicht zu denken. Wirklich nichts denken schaffe ich nur ein paar Sekunden. Ein anderes Beispiel ist das Phänomen, wenn der Verstand auf ein “interessantes” Problem stößt, das ihn dann nicht mehr loslässt. Auch wenn das Problem vielleicht gerade nicht wichtig ist oder man jetzt erstmal etwas anderes tun möchte (z.B. schlafen), beschäftigt sich der Verstand weiterhin damit. Er verbeißt sich regelrecht in das Problem und lässt nicht locker bis er es geknackt hat oder das Interesse daran verliert. Wie ein Hund, dem man einen Knochen hinwirft. Unser Verstand scheint ein Eigenleben zu führen, ein äußerst geschwätziges.
Doch das muss nicht so sein.

Meditation: Bewusst nicht denken
Du bist nicht dein Verstand, er ist nur ein Teil von dir. So wie man den eigenen Verstand trainieren kann (und konditionieren) kann man auch lernen ihn zu kontrollieren. Ich schlage vor wir fangen mit dem an, was man auch einem echten Hund zuerst beibringen würde: “Platz” machen.
Meditation ist im Grunde nichts anderes als eine Konzentrationsübung, lässt man mal alle religiösen und esoterischen Ideen beiseite. Der Trick besteht darin, sich auf eine einzige Sache zu konzentrieren. Auf was man sich konzentriert ist dabei eigentlich nebensächlich, nehmen wir an es ist ein Bild. :D
Beseitigt zuerst alle Quellen möglicher Ablenkung (Handy, ICQ, Musik,…) und setzt euch bequem, aber aufrecht vor euer Bild. Ich bevorzuge es, beim Meditieren im Seiza zu sitzen, aber eigentlich ist nur wichtig, dass euer Rücken gerade ist. Sitzt ihr bequem, richtet eure volle Konzentration auf euer Bild. Lasst die Augen unbewegt auf dem Bild ruhen, schaut nicht auf Details, sondern auf das Bild als Ganzes. Jetzt müsst ihr nur noch dafür sorgen, dass ihr eure Konzentration nicht verliert.
Ziemlich sicher werdet ihr immer wieder abschweifen und verschiedenste Gedanken werden euren Konzentration brechen. Ärgert euch nicht darüber und versucht sie auch nicht zu unterdrücken! Lasst sie einfach gewähren und beobachtet sie stumm, als wären es die Gedanken eines anderen. Wenn die Gedanken wieder verschwinden, richtet ihr eure Konzentration einfach wieder auf das Bild.
Versucht das ganze Spiel mal etwa zwanzig Minuten durchzuhalten (ohne zwischendrin auf die Uhr zu schauen). Anfangs ist es zwar schwer, konzentriert zu bleiben, aber es gibt euch ein Gefühl dafür, was in eurem Kopf so die ganze Zeit vorgeht. Auch wenn ihr es also nur ein einziges Mal versucht, kann es eine interessante Erfahrung sein. Übt ihr das Ganze regelmäßig, werdet ihr merken wie eure Konzentration besser und euer Verstand ruhiger wird.

Meditation im Alltag: Leben im Jetzt
Meditation hat viele Gesichter und weil es eben nur eine Konzentrationsübung ist, kann man es mit vielem Alltäglichen verbinden. Der Abwasch kann auch Meditation sein. Es gibt keinen Grund, dabei zu denken. Wir verpassen etwas, wenn wir ständig über die Vergangenheit und die Zukunft nachdenken: Die Gegenwart.
Man kann nicht wirklich an das denken, was jetzt ist. Sobald man daran denkt, ist es bereits vorbei.

Es kamen einmal ein paar Suchende zu einem alten Meister.
“Herr”, fragten sie “was tust du, um glücklich und zufrieden zu sein? Wir wären auch gerne so glücklich wie du.”
Der Alte antwortete mit mildem Lächeln: “Wenn ich liege, dann liege ich. Wenn ich aufstehe, dann stehe ich auf. Wenn ich gehe, dann gehe ich und wenn ich esse, dann esse ich.”
Die Fragenden schauten etwas betreten in die Runde. Einer platzte heraus: “Bitte, treibe keinen Spott mit uns. Was du sagst, tun wir auch. Wir schlafen, essen und gehen. Aber wir sind nicht glücklich. Was ist also dein Geheimnis?”
Es kam die gleiche Antwort: “Wenn ich liege, dann liege ich. Wenn ich aufstehe, dann stehe ich auf. Wenn ich gehe, dann gehe ich und wenn ich esse, dann esse ich.” Die Unruhe und den Unmut der Suchenden spürend fügte der Meister nach einer Weile hinzu: “Sicher liegt auch Ihr und Ihr geht auch und Ihr esst. Aber während Ihr liegt, denkt Ihr schon ans Aufstehen. Während Ihr aufsteht, überlegt Ihr wohin Ihr geht und während Ihr geht, fragt Ihr Euch, was Ihr essen werdet. So sind Eure Gedanken ständig woanders und nicht da, wo Ihr gerade seid. In dem Schnittpunkt zwischen Vergangenheit und Zukunft findet das eigentliche Leben statt. Lasst Euch auf diesen nicht messbaren Augenblick ganz ein und Ihr habt die Chance, wirklich glücklich und zufrieden zu sein.”
- Quelle

Auch das sind schöne Übungen, die man einfach im Alltag unterbringen kann. Essen und nichts anderes machen als zu essen, das ist nicht leicht. Doch es soll einfacher werden mit der Zeit, habe ich gehört. Leider vergisst man seine guten Vorsätze immer so schnell. Vielleicht liegt es an der schnelllebigen Zeit, vielleicht lasse ich mich aber auch einfach zu schnell ablenken. Schließlich gibt es auch so viele, schöne Dinge über die man nachdenken kann. Der Verstand ist ein wunderbares Spielzeug. Trotzdem möchte ich lernen ihn auch abschalten zu können, wenn ich es will.

Weiterführende Informationen
Im Internet findet man sehr viel über Meditation. Viel Mist, viel Schwachsinn, aber auch einige wirklich gute Texte und Videos. Zum Schluss also hier mal was ich so angesammelt habe:

Videos:
The Zen Mind - An Introduction
Habits of Happiness

Texte:
Meditation for Beginners
Wikipedia.de über Zen
Zen Koans (Fällt ein Baum im Wald…)
Meditation: Gehirn-Wellen und Hemi-Sync
Zenguide.com
Zenarchy

Category: mind funk | 2 Comments

1 Jahr mind-funk.de!

Sunday, December 09th, 2007 | Author: Jan Lachnit

Sogar Bruce Lee freut sich!

 

Tja also nu is mind-funk.de online und nicht mehr ganz so häßlich, nur noch ein wenig leer ist es hier immer noch. Tatsächlich habe ich auch nicht die geringste Idee was ich hiermit eigentlich bezwecken will. Vieleicht Information über mich anbieten? Will ich das? Da bin ich mir noch nicht so sicher. Mit wordpress sollte ich mich noch ein wenig auseinandersetzen, ist aber schon an sich eine hübsche Sache. Hrmm… ob ich einen weblog hier betreiben soll? Was hab ich schon zu erzählen? Heute hab ich die Reste meines Nudelauflaufs von Samstag gegessen. Hmmm! Lecker. Auf dem gleichen Teller übrigens wie auch am Samstag, das spart Geschirr… An sich ist ein weblog garnicht so eklig und doof wie man meinen sollte. Ich hab irgendwo gelesen es würde stark helfen bei der Selbstplanung wenn man Tagebuch schreibt, zwecks Selbstreflektion oder so. Wer weiß… mal sehen was hieraus noch so wird. Ist schon ein wenig Tagebuchstyle, allein deshalb weil es niemand ausser mir liest :D

5 Tonnen Flachs!

Ein Jahr ist es nun her, dass ich mit diesen Worten mind-funk.de entjungferte. Wer hätte damals sagen können, dass sich diese Leere füllen würde, oder dass sich tatsächlich Leser dafür finden würden? Wer hätte gedacht, dass ich irgendwann lernen würde Worte wie “außer” oder “vielleicht” richtig zu schreiben? Ich jedenfalls nicht.
Doch mind-funk.de hat mit diesem hier nun 26 Posts und 54 Kommentare. Seitdem ich im Juni begonnen habe, die Zugriffe aufzeichnen zu lassen, wurde die Seite 951 mal aufgerufen. Der 6.12.2007 führt die Statistik an mit 48 Besuchern. Wohl gemerkt: Es werden Besucher und nicht die Klicks gezählt. :D

Es ist motivierend und macht Spaß für mind-funk.de zu schreiben, vor allem wegen der (in letzter Zeit besonders) guten Kommentare. Wie der werte Herr J. Doe bereits anmerkte, bildet sich gerade eine kleine, elitäre Community, die für einen konstanten Fluss an Rückmeldungen sorgt. Sehr gut! Dank eurer Hilfe haben wir es so weit geschafft und mit eurer Hilfe werden wir auch das kommende Jahr bestreiten.
Was also wird aus mind-funk.de noch werden?
Zunächst einmal wird es so weiter gehen. Wir haben noch einige interessante Themen und Geschichten, über die wir schreiben möchten und zu denen wir eure Meinung hören wollen. Rechtzeitig zu Weihnachten gibt es dann sogar einen Post, an dem Luisa und ich schon einige Monate gemeinsam schreiben. ;)

Und es gibt noch mehr:
Ich habe vor, mit Hilfe von mind-funk.de, mein Buch fertig zu schreiben. In (un)regelmäßigen Abständen werde ich hier Kapitel veröffentlichen und mich eurer Kritik stellen. Es handelt sich dabei um ein großes Projekt, das ich schon seit Jahren vor mir herschiebe, also hoffe ich auf eure tatkräftige Unterstützung.
Ebenfalls auf eure Hilfe spekulierend möchte ich mein Pen&Paper-Rollenspiel fertig stellen. Es befindet sich momentan in der “Alpha-Phase” und wird, sobald ich das Grundsystem aufgeschrieben habe, unter dem Namen “666-System” als Beta veröffentlicht.

Doch zu einem Jubiläum gehört mehr als nur ein paar Erinnerungen, Danksagungen und Versprechen. Es fehlt an Neuem. Also habe ich mich daran gemacht und der ganzen Seite eine kleine Generalüberholung verpasst. Jetzt zeigt das Archiv wirklich nur noch die Posts an, der hässliche Rand um die Bilder ist weg, deren Größe optimiert und allerlei weitere Kleinigkeiten verbessert. Das Offensichtlichste dürfte aber der neue Header sein. Er ist noch ein bisschen ungewohnt, aber gefällt mir sehr gut. Trotzdem habe ich das Gefühl, irgendwas fehlt noch. Es ist eine neue Version von WordPress draußen, die werde ich mir mal anschauen und ein bisschen mit den Plugins spielen, die ich gefunden habe… vielleicht Avatare bei den Kommentaren?
Was meint ihr? Irgendwelche Ideen oder Vorschläge?
Naja, irgendwas wird uns schon noch einfallen.

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8. Dezember 2007: Globaler Klimaschutz-Aktionstag

Thursday, December 06th, 2007 | Author: Luisa Federwisch

Aufruf zum Klimaaktionstag

Dieser Samstag, der 08.12.07, ist ein besonderer Tag. Ein Tag, um auf die Straße zu gehen, um zu demonstrieren, um sich einer wachsenden Anzahl von Menschen anzuschließen und um mehr Klimaschutz zu fordern. Es ist weltweiter Klimaschutz-Aktionstag.
Immer mehr Menschen wird bewusst, wie dringend und wichtig dieses Thema ist. Und jeder Einzelne kann sich am Samstag beteiligen. Das ist gerade jetzt wichtig, weil sich vom 3. bis zum 14. Dezember Politiker aus der ganzen Welt auf Bali zur Weltklimakonferenz treffen. Dort soll beschlossen werden, was gegen die globale Erwärmung zu tun ist. Wahrscheinlich wird auch ein Nachfolge-Abkommen des Kyoto-Protokolls verabschiedet werden.

In Deutschland geht der Aktionsaufruf von der klima-allianz aus. Diese ist ein breites Bündnis aus über 70 Organisationen, das im April 2007 in Deutschland gegründet wurde. Unter anderem gehören WWF, attac, Greenpeace, BUND, Misereor und diverse christliche Verbände dazu. Sie rufen am Samstag zu zwei großen Demonstrationen auf.
Eine wird in Neurath stattfinden, wo RWE ein neues Braunkohlekraftwerk bauen will. Die Verbrennung von Braunkohle ist die schmutzigste Art, Energie zu erzeugen und produziert am meisten CO2. Trotzdem sollen in den nächsten Jahren drei neue Braunkohlekraftwerke in Deutschland gebaut werden. Das Kraftwerk in Neurath wird dabei alle anderen Kohlekraftwerke in Europa an CO2-Emissionen übertreffen.
Die andere Demo findet in Berlin statt, sie führt durch die Innenstadt zum Brandenburger Tor, wo verschiedene Kundgebungen stattfinden, und schließlich zum Bundeskanzleramt. Die klima-allianz und ihre Unterstützer fordern von den Politikern, endlich konkrete Maßnahmen zum Schutz des Klimas durchzuführen, die festgelegten Bestimmungen einzuhalten und den Klimaschutz nicht länger für kurzsichtige Interessen der Industrie zu opfern. Wie kann es z.B. sein, dass der Vorstandsvorsitzende des Energiekonzerns Vattenfall Angela Merkels Klimaberater ist? Kein Wunder also, wenn die Bundesregierung ihre selbst festgelegten Klimaschutzziele verfehlen wird.

Wer nicht zu den Demos kommen kann und trotzdem etwas tun möchte, der kann sich an der „Licht aus!“ Aktion beteiligen. Dabei werden alle deutschen Bürger und Bürgerinnen aufgefordert, am Samstag von 20.00 bis 20.05 Uhr das Licht auszuschalten. Was das bringen soll? Natürlich kann damit kaum Energie eingespart werden, aber das ist auch nicht das Ziel. Mit dieser Aktion soll ein Zeichen gesetzt werden an Politik, Wirtschaft und Industrie. Es soll gezeigt werden, wie viele Menschen hinter den Forderungen nach konsequentem Schutz des Klimas stehen. Eine ganze Reihe öffentlicher Gebäude und Sehenswürdigkeiten beteiligt sich daran. Aber damit ist es natürlich nicht getan. Jedem sollte klar sein, dass weit mehr nötig ist, um wirklich etwas zu bewirken. Die ersten simplen Dinge, die jeder selbst umsetzen kann, gibt’s z.B. bei Greenpeace oder unter „Licht an! Aber richtig.“

Ich werde jedenfalls am Samstag mit Greenpeace in Berlin sein. Was wirst du tun?

Category: environmental blues | 10 Comments