Nix macht glücklicher
Thursday, November 22nd, 2007 | Author: Jan Lachnit
Diesen Samstag ist es wieder soweit!
Fast wie das kleine Christkind, das alle Jahre wiederkommt, darf auch dieses Jahr wieder der Kauf-Nix-Tag gefeiert werden. 15 Jahre ist dieser, aus Amerika stammende Aktionstag nun alt und hat mit der Einführung des jährlich am 24. November stattfindenden internationalen Buy-Nothing-Day auch in Deutschland, England, Japan und laut Wikipedia sogar in über 60 weiteren Ländern Fuß gefasst.
Das Prinzip ist einfach: Diesen Samstag einfach mal nichts kaufen, stattdessen ein wenig über das eigene Konsumverhalten nachdenken. Wie kommt es zum Beispiel, dass jeden Tag Tonnen von Lebensmitteln weggeworfen werden und gleichzeitig woanders Menschen verhungern?
Der Kauf-Nix-Tag soll uns daran erinnern, dass wir mit unserem Einkaufswagen die Macht haben zu bestimmen, was in den Läden landet. Ja, ihr habt richtig gelesen. Nein, das ist nicht nur theoretisch so. Praktisch müssen lediglich genug mitmachen, damit die Firmen auch reagieren. Das klappt ja doch nicht? In letzter Zeit mal irgendwas mit einem Bio-Siegel gekauft? Es ist erschreckend, wie oft mir intelligente(!) Menschen sagen, man könne gegen “die da oben” sowieso nichts ausrichten. Denn gerade diese Einstellung erlaubt es “denen da oben” zu machen, was sie wollen. Aber das ist ein Thema für sich. Seht es doch erstmal einfach so: Auch wenn ich nicht alles verhindern kann, wenigstens kann ich irgendwann meinen Kindern sagen, dass ich es versucht habe und die anderen daran Schuld sind, dass die Welt so scheiße ist, wie sie dann vielleicht sein wird.
Außerdem gib es gutes Karma, wenn man handelt, statt sich nur zu beschweren
Praktisch lassen wir uns leider viel zu oft von Werbung und Gesellschaftsdruck in den Konsum treiben. Wenn ich mich etwas aufmerksamer in meinem Zimmer umsehe, werde ich fast erschlagen von all den Firmenlogos, die ich da sehen muss. Darunter finde ich so viele Dinge, die ich eigentlich nicht (mehr) benutze; Dinge die einfach da sind, weil ich sie vielleicht mal kurz gebraucht habe und die ich vielleicht nochmal gebrauchen könnte; vieles, das ich einfach haben wollte und das jetzt in der Ecke steht, weil ich bereits etwas Neues gekauft habe. Ich habe mir vorgenommen, mich irgendwann der “100 Things Challenge” zu stellen, um das ein wenig einzudämmen und alles, was ich nicht benötige, dem Umsonstladen in Magdeburg zu geben. Ich hoffe, ich mache das auch…
Klar kann man sich kaum 365 Tage im Jahr dem Konsum entziehen, aber man kann es doch einmal im Jahr.
Samstag ist dieser Tag.
Also macht euch doch diesen Samstag mal wieder zuhause einen Gemütlichen. Vielleicht schaut ihr ja passend dazu “Fight Club” an oder spielt eine Runde Poker mit euren Freunden. Was auch immer, Hauptsache ihr kauft den Kasten Bier schon am Freitag
Hier noch ein paar interessante Links zum Thema Konsum und Kauf-Nix-Tag:
konsumblog.de
consumatron.com
taz über den Kauf-Nix-Tag 2006
zenhabits.net über “How to Declutter”
Das Einkaufsnetz von Greenpeace
Eine-Welt-Handel
Wikipedia über Foodcoops
Category: mind funk | 6 Comments

